Dänische Gesellschaft für Zoll- und Steuergeschichte

Die Told- og Skattehistorisk Selskab unterhält auf Ihrer Seite zise.dk ein wertvolles Online-Angebot.

„Zise“ ist der Name jener Zeitschrift, die seit 1978 von der Vereinigung mit drei Nummern jährlich veröffentlicht wird. Bis zum Jahr 2017 einschließlich sind alle Ausgaben online (+ Register). Dass sich darin auch manches zur Geschichte der früheren Herzogtümer findet, liegt nahe (z.B. der Text „Tre toldere. Husumtolden 1480-1507“ von Bjørn Poulsen in der Ausgabe 1988, Nr. 3 oder die „Baggrunden for grænsetolden langs Kongeåen“ von Poul Enemark in 1997, 3).

Nicht übersehen werden sollte auch das Digitalisat der „Dansk Toldhistorisk Bibliografi“ von 1981, welches in der Rubrik „Kildemateriale“ zur Verfügung steht.

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Frühneuzeitlicher Band mit Rechtstexten aus SH, digitalisiert in Vermont

(Klaus Graf sei herzlich gedankt für seinen Hinweis im Blog Archivalia)

Die Bibliothek der Universität von Vermont hat einen Band mit Rechtstexten aus SH digitalisiert:

https://cdi.uvm.edu/book/uvmcdi-55726#page/1/mode/1up

Der von den US-Bibliothekaren vergebene Titel ist unzutreffend. Auch mit der „Danish Church Ordinance of 1537“ liegt man falsch.

Der Band beginnt mit einer Abschrift des Dithmarscher Landrechts von 1567 (vgl. hier einen späteren Druck).

In der zweiten Hälfte folgen Abschriften einer Vielzahl von Urkunden und Rechtstexten des 15.-17. Jahrhunderts. Die spätesten Texte stammen, wenn ich richtig gesehen habe, aus den 1630er Jahren. In erster Linie handelt es sich um herzogliche und königliche Verträge und Bestätigungen. Wenn es regionaler wird, liegt der Schwerpunkt auch hier eindeutig auf der Westküste. Wilster kommt z.B. hier und dort vor. Vielleicht erwähnenswert: ein undatiertes „Eiderstedtisch Spadelandes Recht“ (der Sprache nach, wohl noch aus dem 16. Jahrhundert) und die „Articulen des Nohrtstrandisch Spadelandes Regtens“  . Der Entstehungsraum ist also höchstwahrscheinlich Westcoast. Der Kollektor dürfte eine Amtsperson gewesen sein.

Ach so, eingebunden ist das Ganze in die Seite einer mittelalterlichen Handschrift, von der allerdings kaum noch etwas erkennbar ist.

(Abbildung: Digitalisat University of Vermont Libraries)

Störe, Alleen und anderes

Mehrere Veröffentlichungen des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume beleuchten auch geschichtliche Dinge:

Störe in Schleswig-Holstein. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft (2009)

https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/fischerei/stoerbuch_online.pdf

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Historische Alleen in Schleswig-Holstein – geschützte Biotope und grüne Kulturdenkmale. Abschlusspublikation des DBU-geförderten Modellprojektes 2005-2009 (2009)

https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/baum/alleen.pdf

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Die Böden Schleswig-Holsteins. Entstehung, Verbreitung, Nutzung, Eigenschaften und Gefährdung (4. Aufl., 2012)

https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/geologie/boden_sh.pdf

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Moore in Schleswig-Holstein. Geschichte – Bedeutung – Schutz (2. Aufl., 2016)

https://www.umweltdaten.landsh.de/nuis/upool/gesamt/moore/moorbroschuere.pdf

Fehmarnscher Museumsverein wird zum Förderverein

Der „Verein zur Sammlung fehmarnscher Altertümer“ zieht sich – wie abzusehen war – aus seiner Rolle als Träger zweier Museen zurück und wird zum Förderer. Die Verwaltung der Museen und ihrer Bestände fällt damit an die Stadt Fehmarn. Die Lübecker Nachrichten berichteten:

https://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Wechsel-Stadt-uebernimmt-die-Museen-auf-Fehmarn

Man darf gespannt sein, wie und mit welchem Einsatz die Stadt diese neue Aufgabe handhaben wird.

Historisches im Digitalen Atlas SH

Eine Meldung des Archäologischen Landesamts gibt Anlass, auf einige Funktionen des Digitalen Atlas SH hinzuweisen.

Zunächst einmal lassen sich dort die archäologischen Kulturdenkmale und Schutzzonen im Land anzeigen. Klickt man eines der markierten Gebiete an, öffnet sich eine für Außenstehende wenig übersichtliche Liste, in der man – allerdings nicht immer – unter „ferner liefen“ bzw. „documentation“ auf den Namen des jeweiligen Denkmals stößt. In der Liste findet sich auch ein Link zur Denkmalliste unbeweglicher archäologischer Kulturdenkmale, ein pdf-Dokument von über 3500 Seiten. Möchte man Näheres zu einem bestimmten Denkmal wissen, kann der betreffende Abschnitt nur per Wortsuche angesteuert werden. Wenig mehr als Allgemeines wird dann allerdings kaum geboten. So ist die „Beschreibung der wesentlichen Merkmale“ zu verschiedenen mittelalterlichen Burganlagen gleichlautend.  Warum? – „Detaillierte Objektbeschreibungen liegen in analoger Form vor und werden in der Denkmalliste nach Prüfung nachgepflegt (Nachqualifizierung)“. Das ist sehr schade.

Gut gefällt mir hingegen eine andere Funktion des Digitalatlas, nämlich die Möglichkeit, sich 4 verschiedene Landesaufnahmen aus dem Zeiraum 1877-1956 als Folie über die moderne Karten legen zu lassen (Auswahl über Karteninhalt „Preußische Landesaufnahmen (Chronologie)“. Hiermit lassen sich Ortsveränderungen wunderbar aufzeigen, wie etwa im Fall Schülp bei Rendsburg:

DigiAtlasSH

Eine andere Folie, die die Anzeige von (heutigen) Gemarkungen und Flurstücken ermöglicht, dürfte für einige Forschende ebenfalls von Nutzen sein:

DigiAtlasSH_2

Museum Helgoland

Das Museum Helgoland bietet eine im Ganzen ansprechende und informative Webseite:

https://www.museum-helgoland.de/home.html

Allerdings irritieren die seit einem Jahr ungelöschten Spam-Einträge in der „Ideenbox„. Auch ist die Bibliographie ist in der vorhandenen Form noch wenig hilfreich. Wenn offenbar schon die Möglichkeit zum Verlinken besteht – was hier und da zu sehen ist -, sollten im Netz vorhandene Digitalisate auch nachgewiesen werden. Und wenn man schon Links – etwa zur KB Kopenhagen – angibt, reicht eine Verknüpfung zur Hauptseite nicht. NutzerInnen sollten schon möglichst direkt zum Text oder zur Karte gelangen, soll heißen:

Gustav Jacoby: Helgoland bei Johannes Mejer und Adam von Bremen, in: Die Küste 2 (1954), Heft 2, S. 95-129 – Link

„Protocoll von occupation Holligland“ von Georg Schröder (Glückstadt, 2. Juli 1684), Reichsarchiv Kopenhagen, Tyske Kancelli Indenrigske Afdeling, Reunionskommissionen af hertugdømmet Slesvig 1684, Protocollum der Reunions Commission im Hertzogthumb Schleswig 1684 – Link

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Karte „Grundriz der Insel Helgoland„, ca. 1700-1750, Königliche Bibliothek Kopenhagen, Ingeniørkorpset Samling XVIII, 2, 11 – Link

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Karte „Prospect der Inseel Helgolandt im Iahr 1697“, Reichsarchiv Stockholm, Krigsarkivet, SE/KrA/0406/25/110/002 a – Link

Wenn man alles das angemessen einfängt, was digital schon irgendwo da ist, und die Suchmöglichkeiten um mehr als einen Begriff erweitert, wäre es ein tolles Angebot.

2 Wunschbücher online

Im vergangenen Jahr hatte ich der Bayerischen Staatsbibliothek 4 Titel als „Wunschbücher“ zur Digitalisierung vorgeschlagen. Der Antrag wurde vor einem halben Jahr im Prinzip bewilligt (s. Blog-Eintrag „Wunschbuch“-Angebot der BSB funktioniert offenbar). Inzwischen sind zwei der Vorschläge online gegangen, nämlich

Andresen: Bürger- und Einwohnerbuch der Stadt Tondern bis 1869 (1937)

http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00119671-0

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Brandt: Geistesleben und Politik in Schleswig-Holstein um die Wende des 18. Jahrhunderts (2., verb. Aufl. 1927)

http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00119561-0