Abriss eines Kulturdenkmals auf Fehmarn jetzt vollzogen

Dass der Abbruch der ehedem geschützten Gründerzeitvilla in der Burger Wilhelmstraße (wir berichteten) unmittelbar bevorstehe, meldete am 9. Februar das Fehmarnsche Tageblatt:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/historisches-gebaeude-in-der-wilhelmstrasse-abriss-soll-in-dieser-woche-beginnen-91291166.html

Einen Tag später hieß es in der Printausgabe: „Abrissarbeiten haben begonnen“.

Fast zwanghaft werden in jedem Text der Lokalpresse die „markanten Löwenköpfe“ an der Gebäudefassade erwähnt, deren Wiederverwendung der Investor inzwischen verspricht – Als ob dies den Verlust historischer, das Ortsbild prägender Bausubstanz auch nur ansatzweise mildern könnte.

Nicht einmal zu einem öffentlichen Wort des Bedauerns sah sich der „Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer“ (vulgo: Heimatverein) in der Lage, obgleich es in §1 der Satzung doch heißt:

„Zweck des Vereins ist zum einen die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, zum anderen die Förderung der Heimatpflege und der Heimatkunde“.

NDR-podcast über den Alt-Nazi und Landwirt T. Christophersen und Familie

Der ewige Faschist – eine Spurensuche

4 Folgen

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcasts/podcast5324.html

Zum Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner Christophersen exisitiert ein informativer wikipedia-Artikel.

In mind. einer Veröffentlichung des von Christophersen in Mohrkirch betriebenen „Kritik-Verlags“ erschienen auch Texte des Fehmarnschen Heimatforschers Peter Wiepert (Plattdeutsche Geschichten aus der Bauernschaft, Nr. 25 Reihe „Die Stimme des Volkes“, 1974).

Briefausgänge der Haderslebener Kanzlei 1550-1559

Neu bei AKdigital

Hansburger Registranten. Registrierte „inländische“ Briefausgänge der Kanzlei Herzog Johanns des Älteren von Schleswig-Holstein-Hadersleben 1550-1559.

Ein Verzeichnis mit Links zu den Digitalisaten, erstellt von Jan Wieske

Die Überlieferung aus der Kanzlei Herzog Johanns des Älteren von Schleswig-Holstein-Hadersleben, zählt zweifelsohne zu den bedeutendsten Quellenbeständen des 16. Jahrhunderts in Norddeutschland und Dänemark. Das „Hansborg Archiv“ befindet sich schon lange im Reichsarchiv Kopenhagen, ist jedoch im Rahmen des Großprojekts „arkivalier online“ ins Netz gestellt worden und somit im Prinzip frei zugänglich. Entsprechend verfügbar ist mit den „Lukkede breve“ auch eine zentrale Bestandseinheit. Elf Bände enthalten die im Namen Herzog Johanns ausgegangenen „inländischen“ Schreiben und zwar für dessen gesamte Herrschaftszeit (1544-1580). „Inländisch“ bedeutete, dass sich die betreffenden Briefe an Adressaten in den Herzogtümern Schleswig und Holstein richteten oder innere Angelegenheiten der Herzogtümer, vor allem natürlich das Territorium Johanns, betrafen.

Im zweiten Band Ihrer Edition „Hansborgske Registranter“ erschloss Caroline Emilie Andersen vor 70 Jahren die „inländischen“ Briefausgänge des Zeitraums 1543-1549. Mit dem vierten Band von AKdigital setzt Jan Wieske diese Arbeit für die Jahre 1550-1559 im Grundsatz fort. Die Verfügbarkeit der Quellen-Digitalisate ermöglicht es dabei neue Wege zu erproben: Knappere Inhaltsangaben, dafür jedoch mit einem direkten Link zum jeweils betreffenden Dokument.

Die Themenvielfalt der herzoglichen Korrespondenz ist äußerst groß. Das Spektrum reicht von Reichsangelegenheiten und Adelsstreitigkeiten bis hin zu Bitten einzelner Untertanen um Unterstützung in ihren Nöten und Streitigkeiten.

Eine Fortsetzung durch zwei weitere Bände ist geplant.

Das Verzeichnis steht für alle Interessierten zum freien Download bereit auf der Webseite von AKdigital, der digitalen Veröffentlichungsreihe des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins:

http://arbeitskreis-geschichte.de/akdigital/

bzw. direkt

http://arbeitskreis-geschichte.de/wp-content/uploads/2021/11/AKdigital_Bd_4_Hansburger_Registranten.pdf

Kulturdenkmal auf Fehmarn „vor dem Abriss“

Die fehmarnsche Lokalpresse meldet den bevorstehenden Abriss einer Gründerzeit-Villa in Burg auf Fehmarn:
https://www.fehmarn24.de/fehmarn/fehmarn-historisches-gebaeude-ist-einsturzgefaehrdet-90975248.html

Es handelt sich um die sog. Villa Priess, die um 1900 gern als Postkartenmotiv fotografiert wurde.

Von einer Beteiligung des Denkmalschutzes ist nicht die Rede, obwohl das Gebäude in der Denkmalliste des Kreises Ostholstein (Nr. 1604) aufgeführt ist.

Man fühlt sich ein wenig an die akute Einsturzgefahr erinnert, die vor einigen Jahren in Burg zu einer zügigen Schliessung des Krankenhauses und in der Folge zu einem schnellen Immobilienverkauf in Investorenhände führte.

Hier sind andere Investoren am Werk, die aber auch schon an anderer Stelle ganz eigene architektonische Akzente im Stadtbild hinterlassen haben. So wurde aus einem Einfamilienhaus am Stadtpark das hier:

Die Löwenköpfe, die der Investor ja erhalten will, werden sich auf einem solchen Neubau bestimmt gut machen.

Ergänzung v. 23.09.2021: Wie ich inzwischen erfahren habe, wurde die zuständige Denkmalschutzbehörde beteiligt und hat nach Abwägung der Sachlage eine Abbruchgenehmigung erteilt. Es heißt auch, der Investor habe einen originalgetreuen Wiederaufbau der Fassade angeboten.

Limitierter dänischer Druck zu einer Fehmarnschen Vetterschaft

In nur 150 Exemplaren erschienen – Jetzt online gebracht im Rahmen der weiter höchst beachtenswerten digitalen Arbeit der „Slægtsforskernes Bibliotek“.

Mackeprang: Det Mackeprangske Fætterskab (1917)

https://slaegtsbibliotek.dk/920233.pdf

Zu einem 1911 gefeierten Jubiläum der Vetterschaft siehe

https://archive.org/stream/archivfurstammun12rheu#page/n221/mode/2up

Historische SH-Aufnahmen im „Bildarchiv für Westfalen“

Das Bildarchiv des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe enthält einige bemerkenswerte Fotos aus dem Schleswig-Holstein des frühen 20. Jahrhunderts. Beispiele können hier nicht gezeigt werden, da ich keine Lust habe erst die erforderliche Genehmigung einzuholen.

Die meisten mit Wasserzeichen verzierten Bilder entstammen der Sammlung Dr. Hermann Reichling, die als Nachlass ins LWL-Museum für Naturkunde zu Münster gelangt ist. Reichling führte 1928-1930 ornithologische Feldstudien auf Fehmarn durch.  Fotografiert wurden aber nicht nur Vögel, sondern auch anderes, wie der Flügger Leuchtturm, der Leuchtturmwärter mit seiner Familie, der Orther Hafen oder eine Vogeljagd im Schilf.

Hingewiesen sei auch auf:

Neue Dissertation zu spätmittelalterlichen Bürgertestamenten

Sarah Bongermino: „Unde in deme kelre scholen stede arme lude wanen…“ Schichtenspezifisches Stiftungsverhalten in klein- und großstädtischen lübischrechtlichen Bürgertestamenten des Spätmittelalters im Vergleich (Diss. Helmut Schmidt Universität Hamburg 2020)

https://openhsu.ub.hsu-hh.de/handle/10.24405/9312

Die Arbeit berücksichtigt u.a. die spätmittelalterliche Testamentsüberlieferung aus Burg auf Fehmarn und Rendsburg. Die Rendsburger Testamente werden neben denen aus Rostock im zweiten Teil der Arbeit neu, z.T. erstmals ediert.