O.H. Mollers Manuskript-Sammlung

Nach dem Tod des Flensburger Gelehrten Olaus Heinrich Moller 1796 wurde seine umfangreiche Manuskript-Sammlung im Jahr darauf versteigert. Der damals veröffentlichte Auktionskatalog kann seit einigen Wochen auch online eingesehen werden:

http://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5012657

Der Großteil der auf Seite 32f.  genannten „Femarensia“ war mir noch nicht bekannt. Wo mögen die Texte wohl geblieben sein?

 

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Voss‘ Fehmarn-Chronik (1889/91) endlich online

Es freut mich sehr, das Werk jetzt im Netz zu sehen. Da die Zahl brauchbarer, epochenübergreifender Darstellungen zur Inselgeschichte überschaubar ist, ist es trotz seines Alters nach wie vor hilfreich.

Voss: Chronikartige Beschreibung der Insel Fehmarn

Bd 1, 1889:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_bw.pdf (sw)

Bd. 2, 1891 (mit Register für beide Bände):

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_bw.pdf (sw)

 

 

Erstausgabe der „Femaria desolata“ online

Kein Ereignis der Geschichte Fehmarns ist im regionalen Geschichtsbewußtsein der Insel fester verankert als die Eroberung durch den dänischen König Erich „der Pommer“ und seine Truppen im Jahr 1420, welche mit vielen Gewalttaten einherging. Eine Reihe von Mythen und Legenden verbinden sich hiermit, die sich über Jahrhunderte erhalten haben. Während der Hochinflation in den 1920er Jahren zierten beispielsweise jene Fehmaraner, die die dänische Invasion angeblich zweimal zurückschlugen und anschließend verspotteten, die Notgeldscheine der Stadt Burg. Den mit besagter Episode verbundenen und auf dem Notgeld ebenfalls zu findenden Spruch „Wenn de Koh kann Siede spinnen, schall König Erich uns‘ Land gewinnen“ kannte noch vor einigen Jahrzehnten auf der Insel fast jedes Kind.

Notgeld-Burg_1420

Das Ereignis sorgte indirekt auch für den Beginn einer fehmarnschen Geschichtsschreibung. Im Jahr 1673 veröffentlichte der auf der Insel geborene, durch sein Wirken an der Kieler Universität bekannt gewordene Theologe Christian Kortholt das Büchlein „Femaria desolata, oder: Historische Beschreibung, was gestalt für drittehalb hundert Jahren die Insul Femern vom König Erichen jämmerlich zerstöhret worden“. Diese Schrift ist das frühest überlieferte historiographische Zeugnis, das Fehmarn in seinen Mittelpunkt stellt.

Auf ein Digitalisat der von Kortholts Sohn Sebastian 1695 besorgten Zweitauflage konnte schon geraume Zeit via Google books bzw. die Bayrische Staatsbibliothek zugegriffen werden.

Der KB Kopenhagen ist zu danken, dass nun endlich auch die Erstausgabe von 1673  online verfügbar ist:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_bw.pdf (sw)

Fehmarn gedenkt des von der NSDAP gestürzten Bürgermeisters C. Lafrenz

Am 4. April 1937 wurde der frühere Bürgermeister von Burg auf Fehmarn, Claus Lafrenz, nahe seiner Heimatstadt tot aufgefunden. Zum 80. Jahrestag dieses tragischen Ereignisses fand auf Fehmarn eine öffentliche Gedenkveranstaltung statt, über die das Fehmarnsche Tageblatt berichtete:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/todestag-wuerdiges-gedenken-claus-lafrenz-8099216.html

Auf der Veranstaltung sprach der Lokalhistoriker Hans-Christian Schramm, dessen Verdienst es ist, die NS-Vergangenheit der Insel erstmals in einer größeren Publikation umfassend thematisiert zu haben. Auch dass Verdienst und Schicksal des 1933 entmachteten Burger Bürgermeisters wieder zunehmend im Geschichtsbewußtsein der Insel verankert werden konnten, geht auf Schramms Initiative und Beharrlichkeit zurück.

Lafrenz hatte als Bürgermeister im Frühjahr 1933 das Hissen der Hakenkreuzfahne vor seinem Amtssitz in Burg verweigert. Auch trat er in den folgenden Monaten nicht freiwillig zurück, so dass die Nationalsozialisten für seine Absetzung mehrere Anläufe benötigten. Einige Artikel aus Zeitungen des Hamburger Raumes zeigen, dass die Affäre durchaus überregional wahrgenommen wurde (vgl. Altonaer Nachrichten /Hamburger Neueste Nachrichten v. 30.05.1933 u. 22.08.1933 ; Hamburgischer Correspondent v. 14.05.1933).

Die aus der NS-Zeit stammenden Bewertung, dass Lafrenz‘ Tod ein Selbstmord gewesen sei, wird inzwischen mehr hinterfragt, auch weil es gerade 1937 eine Reihe ungewöhnlicher Sterbefälle auf der Insel gab. Die abschließenden Worte des damaligen Burger Pastors zum Fall Lafrenz klingen zumindest vieldeutig: „Ein Ende voll düsterer Tragik! – und wie manchen noch sollte es im verflossenen Jahr auf den gleichen Weg ziehen mit dämonischer Gewalt, im Burger Kirchenspiel nicht nur, auf der ganzen Insel. Wie eine grassierende Krankheit fast war es.“ (Quelle: Trede, R.: „A.D. 1937“, in Ders.: Gruß der Burger Kirche für Stadt und Land, Jg. 12, Nr. 1 (Januar/Februar 1938), S. 2)

Claus Lafrenz (1887-1937)