Gildeunterlagen auf Fehmarn restauriert und übersetzt

Auf der Zusammenkunft der Dänschendorfer St. Osewald-Gilde am vergangenen Rosenmontag war man stolz auf die gelungene Restaurierung des Gildebuchs von 1665. Die Vereinigung wurde zwar bereits im 15. Jahrhundert als Bruderschaft ins Leben gerufen, doch da sich die Vorläuferbände des Buches nicht erhalten haben, ist letzteres von besonderem Wert. Am Herzen lag den Gildebrüdern auch eine Übertragung der 1665 niedergeschriebenen Statuten in heutiges Deutsch. Entsprechend erfreut nahmen sie ein Heft mit der Übersetzung entgegen.

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/historische-dokumente-11825424.html

Die Restaurierung des Gildebuchs war nur dank starker Unterstützung der lokalen Kirchengemeinde möglich. Der Gemeindebrief berichtete im Dezember.

Das Buch war für einige Zeit verschollen. Zu seiner Rückkehr in den Gildebesitz und einigen Inhalten äußerte ich mich bereits 2015 im Rundbrief des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte SH.

AUT Altmannsdorf COA

Abbildung: Wappen von Altmannsdorf (Wien) mit Attributen des Heiligen Oswald, via Wikimedia Commons, Lizenz: Gemeinfrei

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Burgruine Glambek jetzt öffentlich zugänglich

Und noch einmal Fehmarn: Die Burgruine Glambek kann jetzt auch aus nächster Nähe in Augenschein genommen werden. Bislang stand man am einzigen, über einen Graben führenden Zugang vor einem verschlossenen Tor. Die Lübecker Nachrichten berichteten:

http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Bugruine-Glambek-fuer-Besucher-freigegeben

(Die angebliche Erbauung im Jahr 1210 ist freilich reine Spekulation  – Quellenbelege hierfür gibt es nicht)

Abbildung: Die Burgruine Glambeck auf Fehmarn im Jahr 2010 (Urheber: VollwertBIT, via from Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Knochenfunde auf Fehmarn

Am Südwestrand Fehmarns, bei Flügge, sind bei Aushubarbeiten in den vergangenen Tagen mehrfach Skelette gefunden worden (insgesamt sieben). Da schnell festgestellt wurde, dass das Alter der Knochen über 100 Jahren liegt, ist der Fall den Landesarchäologen übergeben worden. Die Fachleute sehen einen möglichen Zusammenhang mit der Seeschlacht bei Fehmarn im Jahr 1715.  Weil Flügge früher auch ein Gut in teils adligem Besitz war, sollte man vielleicht sicherheitshalber noch der Frage nachgehen, ob sich Gutsherren mit Familienangehörigen auf eigenem Besitz haben bestatten lassen.

Erste Meldung im Fehmarnschen Tageblatt:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/skelettfunde-fluegge-10770806.html

Zweite Meldung im FT:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/weitere-skelette-fluegge-gefunden-10806828.html

Heute dann auch auf Spiegel online:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fehmarn-archaeologen-finden-auf-campingplatz-weitere-menschliche-skelette-a-1242224.html

 

 

Ein Abdruck des Fehmarnschen Landschaftssiegels aus dem Jahr 1428

Dieser Tage las ich erneut den 2011 veröffentlichten Aufsatz von Konrad Elmshäuser über einen in Privatbesitz wiederentdeckten, mittelalterlichen Siegelstempel der Landschaft Fehmarn.1 Elmshäuser datiert die Anfertigung des Stempels auf die Jahre vor der Eroberung Fehmarns durch das königlich-dänische Heer Erichs VII., die mit schweren Gewaltexzessen auf der Insel einherging. Der König rechtfertigte sich gegenüber späteren Anschuldigungen in dieser Sache u.a. damit dass die Fehmaraner das ehedem eine Krone zeigende Siegel durch eines mit den Zeichen seiner Gegner, der Herren von Holstein, ersetzt hätten.2 Der Gebrauch eines entsprechenden Landschaftssiegels, in dem das sog. „Nesselblatt“ (doppelt) eingearbeitet ist, läßt sich für das spätere 15. Jahrhundert durchaus nachweisen. Allerdings basieren, wie Elmshäuser ebenfalls feststellt, alle bislang bekannten Darstellungen eben jenes Siegels auf einem Abdruck aus dem Jahr 1472.3 Dass somit ein gutes halbes Jahrhundert Abstand besteht zu der blutigen Eroberung Fehmarns und den Rechtfertigungen König Erichs, könnte man vielleicht problematisieren. In diesem Zusammenhang sei daher auf die Überlieferung eines weiteren, deutlich früher erfolgten Abdrucks hingewiesen. Bereits im Jahr 1428 versahen die Vertreter der Landschaft Fehmarn ein Schreiben an die Stadt Reval mit dem auch 1472 gebrauchten Siegel. Der Abdruck ist gut erhalten und läßt sich in passabler Qualität im Internet bewundern:

http://monasterium.net/mom/EE-TLA/TallinnaMagistraat/TLA.230.1-I.586/charter?q=vemeren

1 Elmshäuser, K.: „Der spätmittelalterliche Siegelstempel der Landschaft Fehmarn: ‚hac ratione terram ipsam desolavimus’“, in: Kasten/Manke/Wurm (Hgg.): Leder ist Brot. Beiträge zur norddeutschen Landes- und Archivgeschichte. Festschrift für Andreas Röpcke. Schwerin 2011, S. 433-447.

2 Vgl. ebd., S. 446f. Zum entsprechende Quellentext siehe SRDM VII, S. 300. Das vom König angesprochene, vormalig von der Landschaft verwendete Kronen-Siegel läßt sich an zwei Urkunden aus den 1340er Jahren nachweisen, wobei es nur in einem Fall tatsächlich erhalten geblieben ist. Vgl. SHUS II, Nr. 167 ; das Siegel abgebildet bei P.B. Grandjean: Slesvigske Købstæders og Herreders Segl indtil 1660 herunder Landskabers Segl, København 1953, S. 13, Tafel 9 c (hier wiedergegeben). Von einem weiteren Abdruck von 1341 weiß man nur durch eine Beschreibung im „Odensebog“, siehe: Diplomatarium Danicum 3. R., Bd. 1, Nr. 184.

3 Vgl. Elmshäuser: Siegelstempel., S. 439f. Ergänzen ließe sich, dass das bei E. Höpner (Fehmarn. Ein freies Bauerntum in wechselvoller Geschichte: Bauerntum. Lübeck 1975, S. 97) ohne Nachweis abgedruckte Siegel aus den Jahrbüchern für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg IX (1867) stammt. Es stammt vom Litographen C.F. Mohr (Kiel) und ist ganz am Anfang des Bandes zu finden.

Heimat- und Museumsverein Fehmarn vor ungewisser Zukunft

Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, sind im Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer kurzfristig mehrere Vorstandsposten neu zu besetzen.

http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Zoff-im-Heimatverein-Fehmarn-Vorsitzender-tritt-zurueck

Ergänzung v. 10.12.2018: Abgesehen vom 1. Vorsitz konnten inzwischen NachfolgerInnen für die frei werdenden Ämter gefunden werden. Die Diskussion um den künftigen Weg wird aber wohl noch weiter Fahrt aufnehmen. Eine Option scheint die Umwandlung vom Museumträger- in einen Förderverein zu sein.

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/heimatverein-vorerst-gerettet-10826622.html

O.H. Mollers Manuskript-Sammlung

Nach dem Tod des Flensburger Gelehrten Olaus Heinrich Moller 1796 wurde seine umfangreiche Manuskript-Sammlung im Jahr darauf versteigert. Der damals veröffentlichte Auktionskatalog kann seit einigen Wochen auch online eingesehen werden:

http://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5012657

Der Großteil der auf Seite 32f.  genannten „Femarensia“ war mir noch nicht bekannt. Wo mögen die Texte wohl geblieben sein?

 

Voss‘ Fehmarn-Chronik (1889/91) endlich online

Es freut mich sehr, das Werk jetzt im Netz zu sehen. Da die Zahl brauchbarer, epochenübergreifender Darstellungen zur Inselgeschichte überschaubar ist, ist es trotz seines Alters nach wie vor hilfreich.

Voss: Chronikartige Beschreibung der Insel Fehmarn

Bd 1, 1889:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_bw.pdf (sw)

Bd. 2, 1891 (mit Register für beide Bände):

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_bw.pdf (sw)