Neues LASH-Findbuch erschienen

Rathjen, Jörg: Findbuch des Bestandes Abt. 49 – Schleswig-Holsteinische Regierung auf Gottorf 1834-1851 (Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein Bd. 112)
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Zwei mittelalterliche Handschriften aus Segeberg online

Auf Archivalia  wurde vor einigen Tagen auf neue Handschriften-Digitalisate im Online-Angebot der Prager Nationalbibliothek hingewiesen. Dank des mitgelieferten Links konnte ich kurz und schnell eine Recherche durchführen, die ich bereits seit längerem im Sinn hatte. Diese ging um die Frage, ob einige der in Prag lagernden Codices aus dem früheren Augustinerchorherrenstift Segeberg (bzw. aus der Bibliothek Heinrich Rantzaus, in dessen Besitz sie nach der Reformation gelangten) inzwischen im Netz verfügbar sind.

Fazit: Bei der Suche nach „Segeberg“ im Provinienz-Feld erhält man eine Trefferliste mit acht verschiedenen Büchern.  Sechs von ihnen stammen aus der Bücherei des mittelalterlichen Stiftes. Von diesen sechs Bänden lassen sich wiederum zwei online einsehen.

Digitalisiert ist zum einen der Codex „IX.F.10″, ein Breviarium  aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts:

http://www.manuscriptorium.com/apps/index.php?direct=record&pid=AIPDIG-NKCR__IX_F_10_____1T5MQE9-cs

Gleiches gilt für den Band mit der Signatur „VII.E.17“, eine geistlich-theologische Sammelhandschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

http://www.manuscriptorium.com/apps/index.php?direct=record&pid=AIPDIG-NKCR__VII_E_17____3ZLCD13-cs

Wie die Bücher in den Besitz Heinrich Rantzaus gelangten, verrät eine Notiz im leider noch nicht digitalisierten Codex  „39.D.15“ , in dem vermerkt ist:

„Dies buech hatt der Herr Stadthalter neben etzliche andere mehr ex bibliotheca Segebergensi an sich genohmen und dafür die tomos operum doct. Martini Lutheri in die Kirche zu Segeberge gegeben anno 1583 aetatis suae 58. Hinrich Rantzow m. p.“

Eine Digitalisierung steht auch für den Band „XVI.E.21“ noch aus, welcher neben einem Rechtstext verschiedene Hebungsregister und Rechnungen des Stiftes aus dem Zeitraum 1444-1486 enthält und deswegen für die Landesgeschichte von besonderem Interesse ist.

Die Existenz des Textbestandes ist der Forschung zwar seit langem bekannt (siehe zum Codex „XVI.E.21“ etwa die Texte von Lisch in den Mecklenburgischen Jahrbüchern 1862, S. 287f.; Steffenhagen in der ZSHG 1884,  S. 303ff. oder Jellinghaus in der ZSHG 1890, S. 55ff.), dennoch steht zu hoffen, dass uns in nicht allzu ferner Zukunft alle Prager Handschriften aus Segeberg online zur Verfügung stehen werden.