Neuerscheinung zum Krieg um Schleswig im 15. Jh.

In Dänemark ist mit „Danmark, Slesvig og Holsten 1404-1448“ von Markus Hedemann die längst überfällige neue Darstellung eines quasi regionalen dreißigjährigen Krieges erschienen. Spannend!

https://dsl.dk/newsitems/ny-bog

https://www.hssdj.dk/nyheder/arkiv?PID=11214&M=NewsV2&Action=1&NewsId=157

Eine schnelle Übersetzung ist dem Werk zu wünschen.

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Neuerscheinung zum „Kontaktraum Unterelbe“ im Mittelalter

Die Lübecker Nachrichten stellen das vor kurzem erschienene Werk „Adel, Kirche, Herrschaft – Die Unterelbe als Kontaktraum im europäischen Kontext des 10. bis 13. Jahrhunderts“ von Günther Bock vor:

http://www.ln-online.de/Lokales/Stormarn/Neuer-Blick-auf-die-Geschichte

Günther Bock verfolgt einen spannenden, gänzlich anderen Ansatz als die traditionelle Landesgeschichtsschreibung, indem er der Chronik Helmolds von Bosau mit großer Skepsis begegnet und verstärkt familiäre Zusammenhänge von Führungsschichten in den Blick nimmt, die über Elbe, Königsau und Trave hinausreichen.

kontaktraum-unterelbe_Titel

Germania Sacra-Band zum Kloster Uetersen erschienen

Da die Veröffentlichung des Klosterbuchs für Schleswig-Holstein weiter auf sich warten läßt, ist es umso erfreulicher, dass nun Joachim Stübens  „Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Uetersen von den Anfängen bis zum Aussterben des Gründergeschlechts (1235/37–1302)“ erschienen ist. Der – nach eigenem Bekunden – „Rekonstruktionsversuch“ enthält auch einen wertvollen Quellenanhang. Bei google-books ist (noch) eine ausführlichere Einsichtnahme möglich:

https://books.google.de/books?id=5I1uDwAAQBAJ&printsec=frontcover

Restmauer alte Klosterkirche 1238

Abbildung: Die Restmauer der alten Klosterkirche von Uetersen, heute Teil des Sockels der späteren Klosterkirche aus dem Jahr 1749 (Urheber: Huhu Uet,  via Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0 )

Urkunden derer von Plessen und derer von Bülow

Die digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern erhält derzeit eine Reihe von Zugängen aus dem Schweriner Landeshauptarchiv. Digitalisiert werden spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Urkunden der adligen Familien von Plessen und von Bülow:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/rss?q=(DC:archive.010landeshauptarchivschwerin OR DC:archive.010landeshauptarchivschwerin.*) AND (ISWORK:true OR ISANCHOR:true)

bzw.

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/browse/-/1/-/DC:archive.010landeshauptarchivschwerin/

Einige davon betreffen auch Schleswig-Holstein, z.B.

Vicke von Bülow und sein Sohn Heinrich erteilen Johann Lüneburg, Ratmann zu Lübeck, einen Schadlosbrief für Schulden Johann von Quitzows (14.12.1438):

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNLHSN_1_4-4_Buelow-95/1/

Die Herzöge Magnus II. und Balthasar von Mecklenburg gestatten Hartich von Bülow die Verpfändung seiner Lehngüter als Sicherheit für Schulden im Land Holstein (Ende 15. Jh.):

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNLHSN_1_4-4_Buelow-100/1/

Vicke, Heinrich, Antonius und Christoph von Bülow verkaufen 75 Mark lübisch Rente für 1500 Mark lübisch Hauptsumme an die Vikarie der Domkirche zu Lübeck und deren Magister (17.01.1514):

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNLHSN_1_4-4_Buelow-101/1/

Christoph von Bülow verpfändet für 1000 Mark lübisch eine jährliche Rente über 50 Mark lübisch an Dekan und Kämmerer des Martin-Kalandes zu St. Johannes auf dem Sande zu Lübeck (27.03.1535)

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNLHSN_1_4-4_Buelow-103/1/

Levin von Bülow verpfändet für 1000 Mark lübisch eine jährliche Rente über 80 Mark lübisch an Heinrich von Anvelden (13.01.1538)

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNLHSN_1_4-4_Buelow-104/1/

Leseproben der Zeitschrift „Natur- und Landeskunde“

Die Zeitschrift „Natur- und Landeskunde“, die vor 15 Jahren die Nachfolge der „Heimat“ antrat, ist bis zum Jahrgang 2012 bereits seit längerem online verfügbar:

http://resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/PPN846069997

Auf seiner Webseite weist der herausgebende Verein auf dieses Angebot zwar nicht hin, stellt jedoch für die Ausgaben ab 2006 Inhaltsverzeichnisse mit einigen Texten als Leseprobe bereit:

http://www.natur-und-landeskunde.de/leseproben.html

U.a. erhält man Zugriff auf:

Günther Bock: Ratzeburg und die Billunger – Polabien als slawisch-sächsische Kontaktregion des 11. und 12. Jahrhunderts (2015)

http://www.natur-und-landeskunde.de/leseproben/122_2015/Bock.pdf

Thomas Steensen: Der Husumer und Hamburger Schriftsteller Albert Petersen (2017)

http://www.natur-und-landeskunde.de/leseproben/124_2017/Steensen.pdf

 

Nicht verschwiegen werden soll, dass der Verein im September das 125-jährige Jubiläum der Zeitschrift mit einer Tagung in Sankelmark begeht.

Weitere Hanserezesse

In Ergänzung einer früheren Meldung soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Zufluss an digitalisierten Rezess-Handschriften in der Digitalen Bibliothek MV anhält (siehe den entsprechenden rss-feed zum Stralsunder Stadtarchiv, in dem sich die Originale befinden).

Die Digitalisierung gerade dieser Quellen dürfte im Zusammenhang mit einem Projekt der Lübecker Forschungstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums  (FGHO) stehen, der „Inventarisierung niederdeutscher Städtetage auf regionaler wie überregionaler Ebene“ (Näheres hierzu im Aufsatz von A. L. Huang in der aktuellen Ausgabe der MSHG).

 

Drei Hanserezesse

„Originale“ dreier hansischer Beschlussprotokolle aus den Beständen des Stralsunder Stadtarchivs sind jetzt in der Digitalen Bibliothek MV zu finden.

1395:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:9-g-5114217

1410:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:9-g-5114201

1470:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNHST_Rep_2_I_029/1/

 

Archäologische Studien von I. Ericsson

Auf dem Publikationsserver der UB Bamberg sind einige ältere Arbeiten des an der dortigen Universität lehrenden Archäologen Ingolf Ericsson zu finden. Ericsson arbeitete in den Jahren 1975-1985 für den Kieler Sonderforschungsbereich „Skandinavien- und Ostseeraumforschung“. Zur Verfügung stehen unter anderem:

Gemeinde-Blekendorf Kleiner-Schlichtenberg
(Abbildung: Kleiner Schlichtenberg beim Gut Futterkamp, Kreis Plön, Foto: Genet , via  Wikimedia Commons , Lizen: GFDL / CC-BY-SA-3.0 )

Alles Makulatur – Teil 1

Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Rubrik auf den Weg bringen, mit deren Hilfe – in loser Folge – auf mittelalterliche Handschriften hingewiesen soll, die später fragmentarisch als Einbände Verwendung fanden. Auf Fehmarn bin ich bereits mehrfach auf derartige Fälle gestoßen. Auch bei den auf arkivalieronline verfügbaren Digitalisaten kommen sie hier und da vor. Da mir  zur genaueren Bestimmung derartiger Dokumente (z.B. was das jeweilige Alter betrifft) die nötigen Fachkenntnissefehlen , sind Ergänzungen von Mitlesenden über das Kommentarfeld besonders erwünscht.

Ich beginne mit dem Einband zu einer 1598 angefertigten Reinschrift eines Verzeichnisses zum „Gemeinschaftlichen Archiv“ auf Schloss Gottorf (Bestand Reichsarchiv Kopenhagen, Rigsarkivet, Arkivskabte Hjælpemidler, Folioregistratur 41: Originalt renskrift af folioregistratur 39). Die verwendete Handschrift könnte demnach dem vorreformatorischen Buchbestand der Gottorfer Burgkapelle oder einer geistlichen Einrichtung in Schleswig entstammen.

Seite 1 „aussen“:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412520

Seite 1 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412521

Seite 2 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412613

Seite 2 „aussen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412614

Das Einzige, was ich beisteuern kann ist, dass sich auf Seite 1 „innen“ (linke Spalte, letzter Absatz) offenbar ein Gebet an den Heiligen Anthonius befindet

Handschrift_1_Gottorf_Detail

„Deus qui concedis obtentu beati Anthonii ..“, vgl. hier.