Beschreibungen ehemaliger Bordesholmer Handschriften

Die heute in der UB Kiel befindlichen Codices aus dem früheren Augustiner-Chorherren-Stift Bordesholm werden in der Digitalen Bibliothek Wolffenbüttel beschrieben:

http://diglib.hab.de/?db=mss&list=issued&id=2020-02-03

(via Archivalia)

Über die Handschriften informiert allgemeiner auch der „Streifzug durch die Bordesholmer Stiftsbibliothek vom K. Schnabel:

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/JB09_02_Schnabel_Klosterbibliothek.pdf

Am 30.09.2019 meldete die UB Kiel: „DFG fördert Digitalisierung mittelalterlicher Handschriften in der Universitätsbibliothek Kiel“ – Wobei es heißt: Die zu digitalisierenden Handschriften werden […] in den nächsten zwei Jahren im Digitalisierungsportal „Digitale Bibliothek Kiel“ (Dibiki) der UB Kiel ins Netz gestellt.“

Ganze 10 Bände sind 9 Monate später im Netz zu finden, die wenigstens z.T. auch schon lange vorher digitalisiert wurden. So wurde der Kodex beispielsweise bereits 2012 digitalisiert.

 

 

 

2. Reihe des Repertorium Diplomaticum Regni Danici Mediaevalis online

Die Digitalisierungsaktivitäten der dänischen Slægtsforskernes Bibliotek leisten der schleswig-holsteinischen Landesgeschichtsforschung auch weiterhin wertvolle Dienste. Zuletzt sind dort eine Reihe von Veröffentlichungen der Selskabet for Udgivelse af Kilder til dansk Historie online gegangen. Einige von ihnen waren bereits zuvor an anderer Stelle (etwa im internet-archive) zu finden.

Wirklich neu und höchst begrüßenswert ist aber die Bereitstellung der von 1928-1939 erschienenen 2. Reihe des Repertorium Diplomaticum Regni Danici Mediaevalis bzw. Fortegnelse over Danmarks breve fra middelalderen.

Bd. I: 1451-1466 (1928)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/909926.pdf

Bd. II: 1467-1478 (1929)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920062.pdf

Bd. III: 1479-1488 (1931)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920031.pdf

Bd. IV: 1489-1496 (1932)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920065.pdf

Bd. V: 1497-1504 (1933)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920068.pdf

Bd. VI: 1505-1510 (1934)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920071.pdf

Bd. VII: 1511-1513 Febr. 20. Udaterede Breve. Tilføjelser og Rettelser (1935)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/909940.pdf

Bd. VIII: Oplysninger om Arkiver, om Historikere og Samlere m. fl. og om Haandskriftsamlinger(1936)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920078.pdf

Bd. IX: Navneregistre (1938/39)

https://dis-danmark.dk/bibliotek/920059.pdf

Billedet indeholder sandsynligvis: 2 personer, tekst

Die Genealogen sind zurecht stolz auf diesen Fortschritt (s. Meldungen auf dem Facebook-Account der Slægtsforskernes Bibliotek oder die Meldung auf der Homepage von Claus Rønlev)

Klosterbuch SH/HH erscheint (nun wirklich)

Was lange währt, wird hoffentlich gut: Nachdem der Erscheinungstermin über Jahre hinweg immer wieder verschoben wurde, kann – lt. Verlagsseite – das von Oliver Auge und Katja Hillebrand herausgegebene „Klosterbuch Schleswig-Holstein und Hamburg“ seit gestern tatsächlich bestellt werden.

Reisefreudige können zur Feier der Veröffentlichung morgen auch in Berlin eine Veranstaltung in der Landesvertretung besuchen.

Die 5 wichtigsten Bücher zur Geschichte Fehmarns jetzt alle im Netz

Nachdem die BSB München nun auch mein viertes Wunschbuch online gestellt hat (Danke dafür!) und Herr Wolgast mit der Veröffentlichung seiner Dissertation im Internet einverstanden ist (Danke auch dafür!), sind nun die in meinen Augen fünf wichtigsten Bücher zur Geschichte der Insel Fehmarn online zugänglich. Nämlich – gereiht nach Erscheinen:

Friedrich Wilhelm Otte: Oekonomisch-statistische Beschreibung der Insel Fehmern (1796)

http://digital.slub-dresden.de/id331553368

Eine aufklärerisch-kritische Bestandsaufnahme vor allem der sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten am Ende des 18. Jahrhunderts – überwiegend im Verbund mit Verbesserungsvorschlägen des Verfassers. Das Werk ist gleichermaßen als Literatur wie als Quelle von Wert.

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Georg Hanssen: Historisch-statistische Darstellung der Insel Fehmarn (1832)

http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10457125-0

https://books.google.de/books?id=R5w2hqV6nlQC&printsec=frontcover

Dass der bedeutende Impulsgeber der Agrargeschichte in Deutschland sich (aufgrund verwandtschaftlicher Verbundenheit) ausgerechnet mit Fehmarn ausführlich beschäftigte, kann nur als Glücksfall bezeichnet werden. Nach wie vor unverzichtbar.

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Johannes Voss: Chronikartige Beschreibung der Insel Fehmarn (1889/1891)

Bd 1, 1889:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960390_bw.pdf (sw)

Bd. 2, 1891 (mit Register für beide Bände):

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/130021960420_bw.pdf (sw)

Die erste ausführliche – und bis heute nicht übertroffene – Gesamtdarstellung der Inselgeschichte bis in die preußische Zeit. Als Werk der „Heimatkunde“ nicht ohne genretypische Schwächen (kaum Fußnoten oder nachvollziehbare Quellenangaben). Nach meiner Erfahrung jedoch in der Regel zuverlässig und frei von den Fantastereien mancher Nachfolger.

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Kurt Düring: Das Siedlungsbild der Insel Fehmarn (1937)

http://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb00119574-2

Trotz des heute ungewöhnlich wirkenden Ansatzes eine ziemlich gründliche Darstellung mit vielen wertvollen Anregungen, Quellenhinweisen und Abbildungen. Die Verbundenheit des Verfassers mit dem Nationalsozialismus tritt nur selten offen zu Tage (wie etwa auf S. 25: „Entscheidend aber ist daß die politische Aktivität [Waldemars II.] von einer Ausdehnung des dänischen Volksbodens nicht begleitet ist; den kriegerischen Eroberungen fehlt die tragende Kraft des Bauerntums“) . Freilich sollte sie allen Lesenden stets bewußt sein.

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Günther Wolgast: Landesherrschaft und kommunale Selbstregierung auf der Insel Fehmarn. Ein Beitrag zum Verhältnis landesherrlicher Administration und autonomer bäuerlicher Rechtsgemeinden. Diss. Hamburg 1974.

https://archive.org/details/wolgast_landesherrschaft

Eine ausführliche Darstellung vor allem der Entwicklung kommunal- und regionalpolitischer Institutionen vom Mittelalter bis 1867, die für weitere Forschungen eine recht sichere Grundlage und ebenfalls Anregungen und Hinweisen bietet.

Kirchner - Haus auf Fehmarn

Abbildung: Gemälde „Fehmarn-Häuser“ von Ernst Ludwig Kirchner; Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: Gemeinfrei

Nicht unter den Top 5, aber ehrenvoll erwähnt seien:

Urkundensammlung der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen Gesellschaft für vaterländische Geschichte Bd. III.2 = Fehmarnsche Urkunden und Regesten. Hg. v. [Karl] Kohlmann (1880)

https://archive.org/details/urkundensammlun00hillgoog/page/n171

Es ist dies war nicht – wie oft gemeint wird – „das Fehmarnsche Urkundenbuch“ (s. das Vorwort), doch zweifellos ist in dem Band eine Menge wichtigen Quellenmaterials des 15. und 16. Jahrhunderts verzeichnet und abgedruckt. In den Fällen, die ausschließlich regestriert wurden, empfiehlt es sich aber, sicherheitshalber das Original anzusehen. Nicht weil das Regest sinnentstellend falsch wäre, sondern weil zuweilen wichtige Informationen des Originaltextes nicht aufgenommen wurden. Die Fußnoten zu den spätmittelalterlichen Burger Testamenten in Fußnoten ignoriert man auch besser.

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Johann Peter Wurm: Fehmarn unter lübischer Pfandherrschaft 1437-1491, in: ZVLGA 79 (1999), S. 94-118

https://vlga.de/file/zvlga_79_1999.pdf

Was die Betrachtung einer einzelnen Epoche betrifft, wohl die beste bislang vorliegende Veröffentlichung zur Geschichte der Insel.