Drei Hanserezesse

„Originale“ dreier hansischer Beschlussprotokolle aus den Beständen des Stralsunder Stadtarchivs sind jetzt in der Digitalen Bibliothek MV zu finden.

1395:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:9-g-5114217

1410:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:9-g-5114201

1470:

http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/image/PPNHST_Rep_2_I_029/1/

 

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Archäologische Studien von I. Ericsson

Auf dem Publikationsserver der UB Bamberg sind einige ältere Arbeiten des an der dortigen Universität lehrenden Archäologen Ingolf Ericsson zu finden. Ericsson arbeitete in den Jahren 1975-1985 für den Kieler Sonderforschungsbereich „Skandinavien- und Ostseeraumforschung“. Zur Verfügung stehen unter anderem:

Gemeinde-Blekendorf Kleiner-Schlichtenberg
(Abbildung: Kleiner Schlichtenberg beim Gut Futterkamp, Kreis Plön, Foto: Genet , via  Wikimedia Commons , Lizen: GFDL / CC-BY-SA-3.0 )

Alles Makulatur – Teil 1

Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Rubrik auf den Weg bringen, mit deren Hilfe – in loser Folge – auf mittelalterliche Handschriften hingewiesen soll, die später fragmentarisch als Einbände Verwendung fanden. Auf Fehmarn bin ich bereits mehrfach auf derartige Fälle gestoßen. Auch bei den auf arkivalieronline verfügbaren Digitalisaten kommen sie hier und da vor. Da mir  zur genaueren Bestimmung derartiger Dokumente (z.B. was das jeweilige Alter betrifft) die nötigen Fachkenntnissefehlen , sind Ergänzungen von Mitlesenden über das Kommentarfeld besonders erwünscht.

Ich beginne mit dem Einband zu einer 1598 angefertigten Reinschrift eines Verzeichnisses zum „Gemeinschaftlichen Archiv“ auf Schloss Gottorf (Bestand Reichsarchiv Kopenhagen, Rigsarkivet, Arkivskabte Hjælpemidler, Folioregistratur 41: Originalt renskrift af folioregistratur 39). Die verwendete Handschrift könnte demnach dem vorreformatorischen Buchbestand der Gottorfer Burgkapelle oder einer geistlichen Einrichtung in Schleswig entstammen.

Seite 1 „aussen“:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412520

Seite 1 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412521

Seite 2 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412613

Seite 2 „aussen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412614

Das Einzige, was ich beisteuern kann ist, dass sich auf Seite 1 „innen“ (linke Spalte, letzter Absatz) offenbar ein Gebet an den Heiligen Anthonius befindet

Handschrift_1_Gottorf_Detail

„Deus qui concedis obtentu beati Anthonii ..“, vgl. hier.

Geplante Danewerk-Veräußerung: Landrat räumt Fehler ein

Im Zusammenhang mit den letztjährigen Schlagzeilen um eine geplante Veräusserung des Danewerk durch den Kreis Schleswig-Flensburg hat Landrat Wolfgang Buschmann mittlerweile Fehler eingeräumt. In einem Artikel der Schleswiger Nachrichten vom 20.12.2017 heißt es:

„Als Fehler bezeichnet der Landrat im Nachhinein den Streit um das Danewerk. „Das ist zu früh in die Öffentlichkeit geraten. Ich habe mich mit Herrn Christiansen vom SSF in einen Rausch geredet. Und plötzlich ging es nur noch um Geld und das deutsch-dänische Verhältnis. Da habe ich die emotionale Seite unterschätzt. Das ärgert mich im Nachhinein.“ Inzwischen aber werde der Erhalt des Danewerk wieder unter dem musealen Aspekt diskutiert.“

Bardewick’scher Copiarius online

Gemeldet wurde vor einiger Zeit das Wiederauffinden des im 13. Jh. entstandenen „Bardewikschen Codex des Lübischen Rechts“ (AHL, Hs. 734) :

https://archivalia.hypotheses.org/55786

Eine Edition plant A. Cordes (Frankfurt a.M.):

https://www.jura.uni-frankfurt.de/42772823/Cordes

Ein Kopiar des Albrecht von Bardewick („Der Bardewick’sche Copiarius“ – AHL, Hs. 0753) ist inzwischen als pdf online:

http://www.stadtarchiv-luebeck.findbuch.net/php/main.php?ar_id=3730#30382e3031x36

bzw.

http://www.stadtarchiv-luebeck.findbuch.net/pics//R.._Digitalisate._~8%20Sammlungen._~8.1%20Handschriften._~8.1_AUGIAS._~8.1_753.pdf

Zwei mittelalterliche Handschriften aus Segeberg online

Auf Archivalia  wurde vor einigen Tagen auf neue Handschriften-Digitalisate im Online-Angebot der Prager Nationalbibliothek hingewiesen. Dank des mitgelieferten Links konnte ich kurz und schnell eine Recherche durchführen, die ich bereits seit längerem im Sinn hatte. Diese ging um die Frage, ob einige der in Prag lagernden Codices aus dem früheren Augustinerchorherrenstift Segeberg (bzw. aus der Bibliothek Heinrich Rantzaus, in dessen Besitz sie nach der Reformation gelangten) inzwischen im Netz verfügbar sind.

Fazit: Bei der Suche nach „Segeberg“ im Provinienz-Feld erhält man eine Trefferliste mit acht verschiedenen Büchern.  Sechs von ihnen stammen aus der Bücherei des mittelalterlichen Stiftes. Von diesen sechs Bänden lassen sich wiederum zwei online einsehen.

Digitalisiert ist zum einen der Codex „IX.F.10″, ein Breviarium  aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts:

http://www.manuscriptorium.com/apps/index.php?direct=record&pid=AIPDIG-NKCR__IX_F_10_____1T5MQE9-cs

Gleiches gilt für den Band mit der Signatur „VII.E.17“, eine geistlich-theologische Sammelhandschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

http://www.manuscriptorium.com/apps/index.php?direct=record&pid=AIPDIG-NKCR__VII_E_17____3ZLCD13-cs

Wie die Bücher in den Besitz Heinrich Rantzaus gelangten, verrät eine Notiz im leider noch nicht digitalisierten Codex  „39.D.15“ , in dem vermerkt ist:

„Dies buech hatt der Herr Stadthalter neben etzliche andere mehr ex bibliotheca Segebergensi an sich genohmen und dafür die tomos operum doct. Martini Lutheri in die Kirche zu Segeberge gegeben anno 1583 aetatis suae 58. Hinrich Rantzow m. p.“

Eine Digitalisierung steht auch für den Band „XVI.E.21“ noch aus, welcher neben einem Rechtstext verschiedene Hebungsregister und Rechnungen des Stiftes aus dem Zeitraum 1444-1486 enthält und deswegen für die Landesgeschichte von besonderem Interesse ist.

Die Existenz des Textbestandes ist der Forschung zwar seit langem bekannt (siehe zum Codex „XVI.E.21“ etwa die Texte von Lisch in den Mecklenburgischen Jahrbüchern 1862, S. 287f.; Steffenhagen in der ZSHG 1884,  S. 303ff. oder Jellinghaus in der ZSHG 1890, S. 55ff.), dennoch steht zu hoffen, dass uns in nicht allzu ferner Zukunft alle Prager Handschriften aus Segeberg online zur Verfügung stehen werden.

Erstausgabe der „Femaria desolata“ online

Kein Ereignis der Geschichte Fehmarns ist im regionalen Geschichtsbewußtsein der Insel fester verankert als die Eroberung durch den dänischen König Erich „der Pommer“ und seine Truppen im Jahr 1420, welche mit vielen Gewalttaten einherging. Eine Reihe von Mythen und Legenden verbinden sich hiermit, die sich über Jahrhunderte erhalten haben. Während der Hochinflation in den 1920er Jahren zierten beispielsweise jene Fehmaraner, die die dänische Invasion angeblich zweimal zurückschlugen und anschließend verspotteten, die Notgeldscheine der Stadt Burg. Den mit besagter Episode verbundenen und auf dem Notgeld ebenfalls zu findenden Spruch „Wenn de Koh kann Siede spinnen, schall König Erich uns‘ Land gewinnen“ kannte noch vor einigen Jahrzehnten auf der Insel fast jedes Kind.

Notgeld-Burg_1420

Das Ereignis sorgte indirekt auch für den Beginn einer fehmarnschen Geschichtsschreibung. Im Jahr 1673 veröffentlichte der auf der Insel geborene, durch sein Wirken an der Kieler Universität bekannt gewordene Theologe Christian Kortholt das Büchlein „Femaria desolata, oder: Historische Beschreibung, was gestalt für drittehalb hundert Jahren die Insul Femern vom König Erichen jämmerlich zerstöhret worden“. Diese Schrift ist das frühest überlieferte historiographische Zeugnis, das Fehmarn in seinen Mittelpunkt stellt.

Auf ein Digitalisat der von Kortholts Sohn Sebastian 1695 besorgten Zweitauflage konnte schon geraume Zeit via Google books bzw. die Bayrische Staatsbibliothek zugegriffen werden.

Der KB Kopenhagen ist zu danken, dass nun endlich auch die Erstausgabe von 1673  online verfügbar ist:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_bw.pdf (sw)

Neuzugänge im Virtuellen Hamburger Urkundenbuch

In dem von Jürgen Sarnowsky bereits seit längerem betriebenen Projekt „Virtuelles Hamburgische Urkundenbuch“ hat es in diesem Jahr mindestens zwei bemerkenswerte Zugänge gegeben.

Rentebücher zum Bau der capella s Gertrudis und der broderscop unser vrowen to sunte Gertruden

http://www.spaetmittelalter.uni-hamburg.de/hamburgisches_ub/quellen/HambUBStGertrudenkapelle.html

Mitgliederliste der St. Vincentii-Bruderschaft der Brauerknechte ca. 1448 – ca.1510 (mit Index)

http://www.spaetmittelalter.uni-hamburg.de/hamburgisches_ub/quellen/HambUBBrauerknechte.htm