Tagung zum Bischofssitz Schwabstedt für 2018 angekündigt

Während das Bistum Lübeck im Spätmittelalter und der Reformationsepoche inzwischen als recht gut erforscht gelten kann (z.B. dank der Studien und Quelleneditionen von Wolfgang Prange),  hat das frühere Bistum Schleswig insgesamt weit weniger die Aufmerksamkeit  auf sich gezogen. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung der Tagung „Schwabstedt und die Bischöfe von Schleswig (1268-heute): Eine Rückbesinnung“ für den kommenden Sommer (18. August 2018) sehr zu begrüssen. Die Veranstaltung wird von der regionalgeschichtlichen Abteilung der Uni Kiel organisiert und dürfte mit einem Vorhaben des Abteilungsdirektors Oliver Auge zusammenhängen, der Erarbeitung einer „Geschichte des Bistums und des Domstifts Schleswig“ für die Germania Sacra .

Tagungsteilnehmern sowie allen am Thema Interessenten stehen online eine Reihe relevanter Digitalisate zum Thema zur Verfügung.

„Diverse akter vedr. Slesvig stift og kapitel (1525-1636)“ aus der früheren „Tyske Kancelli – Indenrigske Afdeling“/“Slesvig-holsten-lauenburgske Kancelli“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/other/index-creator/150/997781/20018030

(Die angegebene Laufzeit sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sammlung auch Abschriften bedeutend älterer Dokumente enthält)

Ebenfalls aus der Tyske Kancelli:  „Akter vedr. den omstridte højhedsret over Slesvig stift (1579-1652)“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/other/index-creator/150/997781/20017914

Weiteres Material findet sich in  den „Slesvig-holstenske amtsregnskaber“ des Kopenhagener Reichsarchiv, nämlich verschiedene Rechnungen des Schleswiger Domkapitels und des späteren Domkapitel Amts aus dem Zeitraum 1572-1751 sowie diverse Rechnungen und Erdbücher für das Amt Schwabstedt (1587-1689).

Bestandslisten des Schwabstedter Amsarchivs sowie des Bischöflichen Archivs aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert sind in Band V.1 der Reihe „De ældste danske arkivregistraturer“ (1910) verzeichnet:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=18484332#236717,45063501

Band 18 der Reihe „Vejledende Arkivregistratur“ (Lokalarkiver til 1559. Gejstlige Arkiver II: Odense Stift, Jyske Stifter og Slesvig Stift. Erstellt von T. Jexlev, 1977) weist nach, was hiervon bis heute in Kopenhagen zu finden ist:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/billedviser?bsid=195888#195888,32775566

Sich allein auf die Überlieferung im Landesarchiv Schleswig  (Abt. 16: Bistum Schleswig; Abt. 162: Amt Schwabstedt; Abt. 169: Domkapitelsamt) zu verlassen, würde also vermutlich zu kurz greifen.

Schwabstedt 01
(Abbildung: Schwabstedt um 1895, Zeichnung von Julius Fürst, via Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei)

Einige mittelalterliche Vorgänge in und um Schwabstedt sind zudem in der Online-Version des Diplomatarium Danicum ediert:

http://diplomatarium.dk/search?from_date=&to_date=&search=Svavsted

Darunter befinden sich auch Vorgänge, die im sog. „Schwabstedter Buch“ enthalten sind. Dieses Kopiar aus dem späten 16. Jahrhundert liegt noch heute im dänischen Reichsarchiv und wurde bereits 1745  durch E.J. Westphalen im 4. Band seiner „Monumenta Inedita“ veröffentlicht:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1612529

Obwohl bereits die ältere Forschung darauf hingewiesen hat, dass diese Edition zahlreiche Fehler enthält (Moller, Jensen, Hansen, Stemann) ist es zu einer Neuausgabe leider nie gekommen.

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Über den „Silberschatz“ von Sylt …

… berichtet heute Spiegel Online:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/grosser-silberschatz-auf-sylt-entdeckt-a-1169731.html

Die Pressemitteilung des Archäologischen Landesamts SH ist (freilich auch was den Auftritt der neuen Dienstherrin angeht) etwas ausführlicher:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/ALSH/_startseite/artikel/morsum.html

Ergänzung vom 26.09.2017: Auch das Blog burgerbe berichtet, berichtet Archivalia 😉

Zu früheren Ausgrabungen auf der Insel in den 1870er Jahren siehe:

Handelmann: Die amtlichen Ausgrabungen auf Sylt. 1873, 75, 77 und 1880 (1882)

https://archive.org/details/bub_gb_82BgAAAAIAAJ

 

 

Katalog zu einer Ausstellung über die Bibliothek des Augustinerchorherrenstifts Bordesholm

Der Begleitkatalog zur Ausstellung „AUFGESCHLAGEN – Universitätsbibliothek Kiel öffnet ihre Buchschätze des Bordesholmer Klosters“ von 2002 ist nach wie vor online. Auf dem  Titelblatt wird er als Vorauspublikation zu einem Sammelband bezeichnet. Letzterer schein aber offenbar nie erschienen zu sein.

https://www.ub.uni-kiel.de/ausstellungen/aufgeschlagen/bilder/bordesholmkatalog.pdf

(Abbildung: Einband der Bordesholmer Buchbinderwerkstatt.
Foto/Copyright: Unibibliothek Kiel – via website UB KielLizenz)

Wird die Waldemarsmauer bald verschleudert wie ein defizitäres Schwimmbad?

Die „Schleswiger Nachrichten“ berichten dieser Tage über außergewöhnliche Sparpläne des Kreises Schleswig-Flensburg:

https://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/kreis-schleswig-flensburg-lockt-mit-negativem-kaufpreis-id16913926.html

Besagte Pläne berühren nicht nur den Wanderweg am Haddebyer Noor (in der Umgebung Haithabus) und die Angelner Dampfeisenbahn, sondern auch das Danewerk. Zumindest bei letzterem handelt es sich fraglos um ein wertvolles Kulturerbe, wenngleich die unter Beteiligung des Landes angestrengte Einstufung als Unesco-Welterbestätte bislang nicht von Erfolg gekrönt war.

Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der Kreis knapp 1,5 Kilometer Danewerk von Thyraburg bis Schanze XIV gern dem Sydslesvigsk Forening übereignen wollte (siehe die Meldung bei Archivalia). Dem neuen Zeitungsbericht zufolge ist man jetzt vielleicht sogar bereit draufzuzahlen. Als Vorbild wird der Ausstieg aus der defizitären Fördeland-Therme genannt.

Die Verantwortlichen des Kreises empfinden es offenbar nicht als Widerspruch, das Danewerk auf der eigenen  Webseite  weiterhin als „Kulturort“ zu preisen, es aber andererseits wie ein x-beliebiges Abschreibungsobjekt zu behandeln. Verantwortungsvolle Kulturpolitiker, die einem wohl zweifellos vorhandenen Sparzwang Grenzen aufzeigen könnten, scheinen in der Region nicht mehr existent zu sein. Überkommen scheint inzwischen auch der Gedanke, dass durch Waldemarsmauer, Dampfeisenbahn und Wanderweg der Tourismus gefördert wird, von dem wiederum Einzelhandel, Gastronomie etc. profitieren.

Man darf gespannt sein, ob der Kreis tatsächlich Abnehmer für die genannten Objekte findet, und falls ja, welche Folgen dies haben wird.

Danewerk Museum vall 2014b

Bild: Holger Ellgaard (Eigenes Werk), via Wikimedia Commons , Lizenz: CC BY-SA 4.0