Coding da Vinci SH bringt viel Interessantes ins Netz

Schon als wir die Digitalisierung von „Verbecherverzeichnissen“ des 19. Jahrhunderts oder des „Schleswig-Holsteinischen Wörtbuchs“ meldeten, wurde von Open Data Manager des Landes, Jasper Zedlitz, darauf hingewiesen, dass dies Vorboten von „Coding da Vinci SH 2021“ seien.

Vor etwas mehr als einer Woche ist der regionale Ableger des „ersten deutschen Hackathons für offene Kulturdaten“ gestartet. Nähreres zum Wettbewerb allgemein ist auf der Projekt-Website zu erfahren:

Seit 2014 vernetzt Coding da Vinci technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen, um das kreative Potential in unserem digitalen Kulturerbe weiter zu entfalten.

Bei Coding da Vinci haben die Teilnehmenden – im Unterschied zu klassischen Hackathons – deutlich mehr Zeit für die Entwicklung von Softwareanwendungen. Sechs bis zehn Wochen stehen dafür in der Regel zur Verfügung. Zeit, um Brücken zwischen den oft getrennten Welten kreativer Technologieentwicklung und institutioneller Kulturbewahrung zu bauen, um voneinander zu lernen und miteinander aktiv zu werden …

Die Entwicklung von Softwareanwendungen zur Nutzung „kreativen Potentials in unserem digitalen Kulturerbe“ setzt digitalisiertes Kulturerbe, gewissermaßen als Rohmaterial, voraus. Wer sich auf der jetzt laufenden Seite des Wettbewerbs umschaut, wird neben den genannten Verbrecherzeichnissen und Wörterbüchern noch eine Reihe weiterer interessanter „Datensets“ entdecken. Diese werden jeweils einzeln vorgestellt und sind unten mit einem Link zu den frei zugänglichen Dateien (Text-pdfs, Bilder etc.) versehen.

Historisch Interessierte dürften besonders angetan sein von:

Bau und Einweihung der Schleuse Bongsiel, Fotos 1914-1921 (aus dem Bestand des Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt)

Glasplattendias aus den 1920er/30er-Jahren von Eiderstedt, fotografiert von Ernst Christian Payns (aus dem Bestand des Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt)

Historische Personal- und Vorlesungsverzeichnisse der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (bereitgestellt von der UB Kiel)

Grabungsdokumentation der frühgeschichtlichen Warft Elisenhof von 1957-1964 (bereitgestellt vom Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie)

Stormarnsche Zeitung – Jahrgänge 1880-1903 (bereitgestellt vom Kreisarchiv Stormarn)

[über 600] Dias aus dem Archiv des Freilichtmuseums Molfsee

360-Grad-Aufnahmen aus dem Freilichtmuseum Molfsee

Schiffe, überall Schiffe: Fotos aus dem Stadtarchiv Kiel

Bildsammlung der Denkmalpflege Stormarn (Kreisarchiv Stormarn) – Die Sammlung beinhaltet 2460 Aufnahmen, die von Mitarbeitern der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Kreis Stormarn von 1975 bis 1999 fotografiert worden sind, um interessante und besondere Bauwerke sowie weitere Zeugnisse der Vergangenheit zu identifizieren.

Walk in the Past – Historische Karten aus Wedel (Stadtarchiv Wedel)

125 Jahre Nord-Ostsee-Kanal: Wer baute ihn? (Maritimes Viertel – Kultur am Kanal e. V.) – Mit diesem Thema beschäftigt sich auch ein vor einem halben Jahr erschienener Aufsatz von Ortwin Pelc (AK-Rundbrief 125)

[512] Historische Fotografien aus der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek

Historische Trachten und Uniformen aus dem Grafikbestand der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek

Hanse.Quellen.Lesen! (Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums)

Preußische Landesaufnahme 1878-1880 (Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein)

Dioramen aus der Sammlung Jürgen Glanz (SHMH Altonaer Museum)

(Etwas aus dem Rahmen fallen die Historischen Daten der Stadt Brunsbüttel – Eine 21 kb große Excel-Datei …)

Man darf gespannt sein, was daraus gemacht wird. Am 11. Juni ist Preisverleihung.

Die Sets bleiben, wenn ich es richtig verstanden habe, auch darüber hinaus online.

Newsletter im Browser ansehen. Sehr geehrte Damen und Herren, liebe  Kolleginnen und Kollegen, wir haben uns beim Newsletter eine längere  Sommerpause gegönnt und melden uns jetzt mit neuen Informationen zurück.  Zurzeit sind wir damit beschäftigt ...
https://codingdavinci.de/de/events/schleswig-holstein-2021

Flensburger Stadtfeld-Karten 1779-1859

Flensburger Stadtfeld 1779

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73266/da/

(zu dieser Karte sowie zur Bestimmung der Stadtfeld-Grenzen von 1558 siehe auch die Blog-Meldung vom Mai 2017)

Charte des Areals des Stadt Flensburg 1834

https://sok.riksarkivet.se/bildvisning/K0007667_00001

Charte des Areals des Stadt Flensburg 1856

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73275/da/

Repertorium zur Karte des Flensburger Areals 1856

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73267/da/

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73270/da/

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73271/da/

Das Flensburger Stadt-Gebiet nach den gerichtlich revidirten Specialkarten 1859

http://www.kb.dk/maps/kortsa/2012/jul/kortatlas/object73277/da/

Undatiert, 19. Jh.

https://sok.riksarkivet.se/bildvisning/K0019674_00001

Historische SH-Aufnahmen im „Bildarchiv für Westfalen“

Das Bildarchiv des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe enthält einige bemerkenswerte Fotos aus dem Schleswig-Holstein des frühen 20. Jahrhunderts. Beispiele können hier nicht gezeigt werden, da ich keine Lust habe erst die erforderliche Genehmigung einzuholen.

Die meisten mit Wasserzeichen verzierten Bilder entstammen der Sammlung Dr. Hermann Reichling, die als Nachlass ins LWL-Museum für Naturkunde zu Münster gelangt ist. Reichling führte 1928-1930 ornithologische Feldstudien auf Fehmarn durch.  Fotografiert wurden aber nicht nur Vögel, sondern auch anderes, wie der Flügger Leuchtturm, der Leuchtturmwärter mit seiner Familie, der Orther Hafen oder eine Vogeljagd im Schilf.

Hingewiesen sei auch auf:

Hamburger Hinrichtung 1573

Über das hier vor kurzem vorgestellte graphikportal ist ein Druck aus dem 16. Jahrhundert einsehbar, der heute in der Graphischen Sammlung der Züricher Zentralbibliothek verwahrt wird. Er zeigt die Hinrichtung des von den Hamburgern besiegten Seeräubers Hans von Ersthausen und seiner Mannschaft im September 1573.

https://www.graphikportal.org/document/gpo00140767

Das dazu gehörige Gedicht wurde 1858 in der Zeitschrift für Hamburgische Geschichte abermals veröffentlicht.

Behandelt wird es u.a. im online verfügbaren Aufsatz „Verbale und visuelle Repräsentationen von Gewalt am Beginn der Neuzeit“ von Harriet Rudolph (2005 erschienen im Tagungsband „Gewalt in der Frühen Neuzeit“ = Historische Forschungen Bd. 81).

hamburgerhinrichtungdetail

Abbildung: Detail aus dem besprochenen Druck; via grafikportal.org, Lizenz: CC0 1.0

 

grafikportal.org

Über eine Mitteilung auf der Internetseite des Netzwerks „Kunst und Kultur der Hansestädte“ wurde ich dieser Tage auf das offenbar noch neuere grafikportal.org aufmerksam. Es handelt sich um eine internationale kunsthistorische Fachdatenbank für Zeichnungen und Druckgraphik, betrieben vom Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg.

Im zur Verfügung gestellten Bestand gibt es auch aus norddeutscher Sicht Einiges zu entdecken, beispielsweise den südländisch anmutenden „Blick über den Selenter See“ von Justus Elias Kasten (entstanden im Zeitraum 1800-1820) oder Tischbeins Aquarell „Menge in Eutin, das Bildnis Blüchers bejubelnd“ (1815).

Beachtenswert sind ferner Hamburger Motive, wie die Stadtbilder aus der Mitte des 17. Jahrhunderts von Anthonie Waterloo oder die 1808 veröffentlichten Darstellungen von Marktverkäufern von Christopher Suhr.

Waterloo_Jungfernstieg

Abbildung: Blick von der kleinen Alster auf die Mühlenwerke „Bei der Kunst“ am Jungfernstieg von Anthonie Waterloo, entstanden ca. 1658 – 1660, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett, Inventarnummer 22677, via grafikportal.org, Lizenz: CC BY 4.0