Lebenserinnerungen H.A. Malling (1807-1893)

Heinrich August Malling – seine Biographie in Kürze findet sich im Dansk Biografisk Leksikon (2. Aufl.) – wurde 1807 in Langenfeld bei Altona geboren. Er besuchte 1820-22 das Altonaer Gymnasium und ließ sich später in Dänemark zum Juristen ausbilden. Als Beamter wirkte er vor allem in der Landschaft Stapelholm und im Amt Husum. Nach der preußischen Eroberung musste er seine berufliche Tätigkeit dort aufgeben und lebte bis zu seinem Tod 1893 als Privatmann und Schriftsteller in Kopenhagen.

Seine posthum (in dänischer Sprache) veröffentlichten Memoiren sind im Internet-Archive verfügbar:

https://archive.org/details/efterladteerindr00mall

Malling

 

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Kanzleiwesen des 17. Jh.s

Dalgård: Kanslere og Kancellier, især „tyske“ i Danmark og Holsten hen imod Enevælden. (2005)

http://www.royalacademy.dk/Publications/Low/2066_Dalg%C3%A5rd,%20Sune_2.pdf

Die Arbeit widmet sich der Verwaltungsarbeit in der „Deutschen Kanzlei“ in Kopenhagen sowie den Kanzleien von Glückstadt und Glücksburg zur Zeit der dänischen Könige Christian IV. und Friedrich III.

Sinnsprüche in frühneuzeitlichen Akten

Ein Registrant der deutschen Kanzlei in Kopenhagen für Postausgänge des Jahres 1547 beginnt mit folgendem Eintrag:

Spruch_1547

Quelle: https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20017742#274765,52747215

Ein anderes Beispiel findet sich auf dem Titelblatt eines Abgabenregisters der Stadt Burg auf Fehmarn für das Jahr 1544. Hier wird die Übersetzung mitgeliefert („Eynem ideren hageth syn vornementh wol / Darumme ys de werlt doren foll“)

Spruch_1544

Quelle: Stadtarchiv Fehmarn Rubrica XVIII, Nr. 27

 

Rechnungsbücher des Caspar Fuchs 1538-1544

Der Jurist Caspar Fuchs stand als Sekretär in Diensten der dänischen Könige Friedrich I. und Christian III. Letzterer beauftragte ihn als Gesandter mit einer Reihe wichtiger Missionen. Dank und Wohlwollen seines Dienstherren verhalfen ihm 1540 zum Amt des Hamburger Dompropsten und sicherten ihm den Erwerb des Gutes Bramstedt (s. den Aufsatz von W. Prange in der ZSHG 1966, S. 144ff.)

Einblicke in seine staatsdienstliche Arbeit um 1540 gewähren einige Rechnungsbücher, die im Kopenhagener Reichsarchiv überliefert sind. Sie beziehen sich auf die Jahre

1538:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118521#279932,54194253

1543:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118521#279932,54194264

und 1544:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118521#279932,54194281

Ergänzung vom 11.05.2018: An anderer Stelle findet eine weitere kleine Rechnung des Caspar Fuchs für das Jahr 1541:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118513#279928,54193268

 

Rantzoviana

Im Rahmen der Jahrestagung des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte SH auf dem Koppelsberg bei Plön stellte am 13. Mai die „Arbeitsstelle 500 Jahre Heinrich Rantzau“ sich und ihre Aktivitäten vor. Zugegeben: Ich hatte dem Programmpunkt im Vorfeld mit leichter Skepsis entgegen gesehen. Diese verflüchtigte sich jedoch schnell angesichts einer sehr ansprechenden und überzeugenden Präsentation.

Die erst im vergangenen Jahr gegründete Segeberger Initiative bemüht sich, den seinerzeit berühmten Adligen, Politiker und Gelehrten wieder stärker ins allgemeine Bewußtsein der Region zu rücken. Dank vielfältiger und einfallsreicher Mittel sind offenbar bereits erste Erfolge zu verzeichnen. Unter anderem wurde eine jährliche Veranstaltung zum Geburtstag Rantzaus etabliert, die bis mindestens bis zum namensgebenden Fernziel durchgehalten werden sollen.  Es beeindruckt, was eine handvoll Aktive in Sachen praktischer Geschichtsdidaktik zu leisten vermögen. Hieran könnte sich so mancher alteingesessene Geschichtsverein ein Beispiel nehmen.

Zu ihrem Vortrag hatten die Mitglieder der Arbeitsstelle eine umfangreichen Dokumentation von Fachliteratur über Heinrich Rantzau mitgebracht, die von ihnen erstellt und in gebundener Form über die Stadtbücherei Bad Segeberg der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurde.  Diese Tätigkeit könnte in Bezug auf Quellen leicht fortgesetzt werden; denn vor allem dank arkivalieronline ist eine Vielzahl von Dokumenten im Netz verfügbar, die entweder von Heinrich Rantzau stammen oder mit ihm in unmittelbarem Zusammenhang stehen.

Vorrangig sind die Berichte des Statthalters Heinrich Rantzau an den dänischen Hof zu nennen (Bestand: Reichsarchiv Kopenhagen, Tyske Kancelli – indenrigske afdeling, Slesvig-holsten-lauenburgske Kancelli, Statholder Henrik Rantzaus relationer 1555 – 1598):

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/other/index-creator/150/997781/20017862

[Ergänzung v. 25.09.2017] Einblicke vor allem in die politische Arbeit Heinrich Rantzaus gewähren auch die „Akter vedr . de kgl. og hertugelige rådersmøder, rådslagninger og beslutninger“ aus der Tyske Kancelli (indenrigske afdeling):

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20017960#275113,52814584

Des weiteren befinden sich im sog. Hansborg-Archiv viele Briefe Heinrich Rantzaus an Herzog Johann d.Ä. von Schleswig-Holstein-Hadersleben (Bestand: Reichsarchiv Kopenhagen, De sønderjyske fyrstearkiver, Hans den Ældre, Indkomne breve):

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291122#215455,41315918

Auf Seiten der Postausgänge, der sog. „Lukkede Breve“, finden sich entsprechend Briefe Johanns d.Ä. an Heinrich Rantzau, die allerdings nicht ohne Durchsicht der Registranten zu ermitteln sind. Nur für die ersten vier Registrant-Bände (1543-1559) existiert eine digitalisierte Zettelkartei, die den Zugriff auf relevante Dokumente erleichtert. Aus dem Registrant Nummer 10, den ich probehalber einmal eingesehen habe, lassen sich folgende Schreiben anführen:

In den „Breve til andere“ des Hansborg-Archivs stößt man unter anderem auf:

Zugang zu Briefen an Heinrich Rantzau, vor allem von Tycho Brahe, bietet:

http://emlo.bodleian.ox.ac.uk/forms/advanced?people=rantzau

***

Abschließend sei bemerkt, dass der wikisource-Seite mit Werken von und über Heinrich Rantzau ein wenig Aufstockung gut zu Gesicht stünde. Bereits mit Nennung der nicht wenigen, allein im Internet-Archive vorhanden Werke wäre viel gewonnen. Erwähnenswert ist sicher auch:

Dieter Lohmeier: Das „Rantzauer Zeitalter“ der schleswig-holsteinischen Geschichte, in: Demokratische Geschichte 13 (2000), S. 9ff.:

http://www.beirat-fuer-geschichte.de/fileadmin/pdf/band_13/Demokratische_Geschichte_Band_13_Essay_2.pdf

Rantzau_Obelisk

(Abbildung aus Lindeberg: Hypotyposis arcium palatiorum et monumentorum, ab Henr. Ranzovio, pro rege Holsato, conditorum (Hamburg 1591) – Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek)

Die Memoiren des Christoph v. Tiedemann 1836-1868

Der Jurist und preußische Politiker Christoph von Tiedemann (1836-1907) wurde in Schleswig geboren. Kindheit und Jugend verlebte er auf dem Gut Johannesberg bei Meggerdorf. Seine ersten Berufsstationen lagen in Segeberg und Flensburg.

Tidemann: Aus Sieben Jahrzehnten. 1. Band: Schleswig-Holsteinische Erinnerungen (1905)

https://archive.org/details/aussiebenjahrze00tiedgoog

Meggerdorf Johannisberg Front IGP0098

(Abbildung: Gutshaus Johannesberg – Urheber: Charlez k – via Wikimedia Commons – Lizenz: FAL or GFDL 1.2)