Dithmarscher Finanzen im 18. Jh.

Diercks: Etwas über die beiden Landschaften Süder- und Norderdithmarschen und den Verfall des dasigen Credits (1791)

http://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-3821348

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Erstausgabe der „Femaria desolata“ online

Kein Ereignis der Geschichte Fehmarns ist im regionalen Geschichtsbewußtsein der Insel fester verankert als die Eroberung durch den dänischen König Erich „der Pommer“ und seine Truppen im Jahr 1420, welche mit vielen Gewalttaten einherging. Eine Reihe von Mythen und Legenden verbinden sich hiermit, die sich über Jahrhunderte erhalten haben. Während der Hochinflation in den 1920er Jahren zierten beispielsweise jene Fehmaraner, die die dänische Invasion angeblich zweimal zurückschlugen und anschließend verspotteten, die Notgeldscheine der Stadt Burg. Den mit besagter Episode verbundenen und auf dem Notgeld ebenfalls zu findenden Spruch „Wenn de Koh kann Siede spinnen, schall König Erich uns‘ Land gewinnen“ kannte noch vor einigen Jahrzehnten auf der Insel fast jedes Kind.

Notgeld-Burg_1420

Das Ereignis sorgte indirekt auch für den Beginn einer fehmarnschen Geschichtsschreibung. Im Jahr 1673 veröffentlichte der auf der Insel geborene, durch sein Wirken an der Kieler Universität bekannt gewordene Theologe Christian Kortholt das Büchlein „Femaria desolata, oder: Historische Beschreibung, was gestalt für drittehalb hundert Jahren die Insul Femern vom König Erichen jämmerlich zerstöhret worden“. Diese Schrift ist das frühest überlieferte historiographische Zeugnis, das Fehmarn in seinen Mittelpunkt stellt.

Auf ein Digitalisat der von Kortholts Sohn Sebastian 1695 besorgten Zweitauflage konnte schon geraume Zeit via Google books bzw. die Bayrische Staatsbibliothek zugegriffen werden.

Der KB Kopenhagen ist zu danken, dass nun endlich auch die Erstausgabe von 1673  online verfügbar ist:

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_color.pdf (farbig)

http://www.kb.dk/e-mat/dod/114018014649_bw.pdf (sw)

Ausgabenregister der frühen Gottorfer Zoll- und Amtsrechnungen bis 1550

Im jüngsten Rundbrief des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins (Nr. 120) erschien ein Text von mir zu den Ausgabenregistern der spätmittelalterlichen und ersten frühneuzeitlichen Gottorfer Zoll- und Amtsrechnungen, deren Quellenwert m.E. von der Forschung bislang nicht hinreichend beachtet wurde, die inzwischen jedoch zum größten Teil online verfügbar sind.  Wie im Text angekündigt, veröffentliche ich hier eine Liste von Links, die direkt zu den Ausgabenlisten in den betreffenden Rechnungen führen.

Ausgabenregister von Gottorfer Zollrechnungen

1484/85 (bereits veröffentlicht):

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279994,54204686

1490/91:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215367,41302962

1494:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41302977

1495:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41302977

1497:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41303050

1498:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41303122

1501:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215369,41303202

1508:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215369,41303295

1510:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303500

1511:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303720

1519:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303798

1542:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205000

1546:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205065

1547:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205131

1548:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205200

1549:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205270

***

Ausgabenregister von Gottorfer Amtsrechnungen

1489/90:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291102#215366,41302822

1540:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54201009

1541:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54200842

1542:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54200735

 

Tagung zum Bischofssitz Schwabstedt für 2018 angekündigt

Während das Bistum Lübeck im Spätmittelalter und der Reformationsepoche inzwischen als recht gut erforscht gelten kann (z.B. dank der Studien und Quelleneditionen von Wolfgang Prange),  hat das frühere Bistum Schleswig insgesamt weit weniger die Aufmerksamkeit  auf sich gezogen. Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung der Tagung „Schwabstedt und die Bischöfe von Schleswig (1268-heute): Eine Rückbesinnung“ für den kommenden Sommer (18. August 2018) sehr zu begrüssen. Die Veranstaltung wird von der regionalgeschichtlichen Abteilung der Uni Kiel organisiert und dürfte mit einem Vorhaben des Abteilungsdirektors Oliver Auge zusammenhängen, der Erarbeitung einer „Geschichte des Bistums und des Domstifts Schleswig“ für die Germania Sacra .

Tagungsteilnehmern sowie allen am Thema Interessenten stehen online eine Reihe relevanter Digitalisate zum Thema zur Verfügung.

„Diverse akter vedr. Slesvig stift og kapitel (1525-1636)“ aus der früheren „Tyske Kancelli – Indenrigske Afdeling“/“Slesvig-holsten-lauenburgske Kancelli“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/other/index-creator/150/997781/20018030

(Die angegebene Laufzeit sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sammlung auch Abschriften bedeutend älterer Dokumente enthält)

Ebenfalls aus der Tyske Kancelli:  „Akter vedr. den omstridte højhedsret over Slesvig stift (1579-1652)“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/other/index-creator/150/997781/20017914

Weiteres Material findet sich in  den „Slesvig-holstenske amtsregnskaber“ des Kopenhagener Reichsarchiv, nämlich verschiedene Rechnungen des Schleswiger Domkapitels und des späteren Domkapitel Amts aus dem Zeitraum 1572-1751 sowie diverse Rechnungen und Erdbücher für das Amt Schwabstedt (1587-1689).

Bestandslisten des Schwabstedter Amsarchivs sowie des Bischöflichen Archivs aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert sind in Band V.1 der Reihe „De ældste danske arkivregistraturer“ (1910) verzeichnet:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=18484332#236717,45063501

Band 18 der Reihe „Vejledende Arkivregistratur“ (Lokalarkiver til 1559. Gejstlige Arkiver II: Odense Stift, Jyske Stifter og Slesvig Stift. Erstellt von T. Jexlev, 1977) weist nach, was hiervon bis heute in Kopenhagen zu finden ist:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/billedviser?bsid=195888#195888,32775566

Sich allein auf die Überlieferung im Landesarchiv Schleswig  (Abt. 16: Bistum Schleswig; Abt. 162: Amt Schwabstedt; Abt. 169: Domkapitelsamt) zu verlassen, würde also vermutlich zu kurz greifen.

Schwabstedt 01
(Abbildung: Schwabstedt um 1895, Zeichnung von Julius Fürst, via Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei)

Einige mittelalterliche Vorgänge in und um Schwabstedt sind zudem in der Online-Version des Diplomatarium Danicum ediert:

http://diplomatarium.dk/search?from_date=&to_date=&search=Svavsted

Darunter befinden sich auch Vorgänge, die im sog. „Schwabstedter Buch“ enthalten sind. Dieses Kopiar aus dem späten 16. Jahrhundert liegt noch heute im dänischen Reichsarchiv und wurde bereits 1745  durch E.J. Westphalen im 4. Band seiner „Monumenta Inedita“ veröffentlicht:

http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/pageview/1612529

Obwohl bereits die ältere Forschung darauf hingewiesen hat, dass diese Edition zahlreiche Fehler enthält (Moller, Jensen, Hansen, Stemann) ist es zu einer Neuausgabe leider nie gekommen.

Kleine Presseschau

Eine Veranstaltung zum Thema „Wikingertage und Rechtsextremismus“:

https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/rechtsextreme-und-der-wikingerkult-hakenkreuz-schild-war-kein-einzelfall-id18048421.html

„Schleswigs ältestes Haus“, die Altstadt-Apotheke am Rathausmarkt, wird 500 Jahre alt:

https://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/schleswigs-aeltestes-haus-wird-500-id18070631.html

Archäologische Ausgrabungen in Schönhagen:

https://www.shz.de/lokales/eckernfoerder-zeitung/archaeologen-bergen-2800-fundstuecke-id18061276.html

Entdeckung von Wandmalereien im Rathaus von Glückstadt:

https://www.shz.de/lokales/norddeutsche-rundschau/prachtvolle-wandmalereien-gefunden-id18051941.html

Sonderausstellung „Gräben, Grün und Gartenkunst“ im Schloss Ahrensburg:

https://www.shz.de/lokales/stormarner-tageblatt/raum-fuer-den-schlosspark-id18061781.html

Schon älteren Datums, aber sehr informativ:

Artikel über den Kieler Architekten Johann Thede (1876-1934) und seinen Nachlass im Kieler Stadtarchiv:

https://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/ein-jahr-gemeindearchiv-buergermeisterin-wuerdigt-ehrenamtler-id17442666.html

Artikel zur Geschichte des Kalkabbaus bei Fissau:

https://www.shz.de/lokales/ostholsteiner-anzeiger/ein-jahr-gemeindearchiv-buergermeisterin-wuerdigt-ehrenamtler-id17442666.html

Friedhofsfreunde

Die Ohlsdorfer „Zeitschrift für Trauerkultur“ blickt hin und wieder auch auf SH.

Gabriele von Stritzky befaßte sich beispielsweise 2014 mit „Krankheit und Tod auf der Insel Sylt“:

https://www.fof-ohlsdorf.de/kulturgeschichte/2014/127s20_sylt

Sylvina Zander beleuchtete 2009 anhand eines Lübecker Beispiels die Anfänge privater Todesanzeigen im späten 18. Jahrhundert:

https://www.fof-ohlsdorf.de/kulturgeschichte/2009/106s26_zander.htm

Um einen Eiderstedter Kirchhof im Wandel der Zeiten ging es 2011 in einem Zweiteiler von Johann-Albrecht G. H. Janzen:

https://www.fof-ohlsdorf.de/kulturgeschichte/2011/112s29_eiderstedt

https://www.fof-ohlsdorf.de/kulturgeschichte/2011/113s37_eiderstedt

 

Verfilmte Bücher und Quellen bei Familysearch

Bei Archivalia wurde jüngst auf die Seite https://fs.webosi.net hingewiesen, auf der frei einsehbare Dokumente des Webservices Familiysearch gelistet werden. Ich hatte mich bislang von genealogischen Webseiten weitgehend ferngehalten, in der Annahme, dass die Angebote dort eher früher als später kostenpflichtig sind. Diese Meinung habe ich offenbar in Bezug auf das von der Mormonen-Kirche betriebene Familysearch ein Stück weit zu korrigieren: Die Menge der sich auf Schleswig-Holstein beziehenden, (hoffentlich dauerhaft) freien Digitalisate ist mehr als beachtlich.

Die Digitalisate basieren auf Mikroverfilmungen, die in unterschiedlichsten Bibliotheken, Archiven und Ämtern vorgenommen wurden. Relativ hoch ist der Anteil an Volkszählungslisten des frühen 19. Jahrhunderts – die inzwischen auch andernorts (Dansk Demografisk DatabaseArbeitskreis Volkszahl-Register, arkivalieronline) auf verschiedene Weise zugänglich sind. Ein weiterer großer Posten sind Personenstandsunterlagen verschiedenster Gemeinden, die teilweise bis weit in das 20. Jahrhundert reichen.

Folgende Einheiten verdienen m.E. besondere Erwähnung:

Scholtz: Historische Nachricht von der Kirche und Kirchspiel zu Bovenau = Handschrift UB Kiel SH 170 R (vgl. hierzu Ratjen II, S. 248)

https://www.familysearch.org/search/film/008209805?cat=210536

Jensen: Genealogische Nachrichten und Stammtafeln über die ausgebreitsten Schleswig-Holsteinischen Prediger-Familien = Handschrift UB Kiel SH 170 F (vgl. hierzu Ratjen II, S. 245)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-CSG9-F9ZL-1?i=7&cat=210536

***

Alphabetisches Verzeichnis der im Herzogthum Holstein in Verhaft gewesenen Verbrecher

Jahrgänge 1802-1848:

https://www.familysearch.org/search/film/008210154?cat=210735

Alphabetisches Verzeichnis der im Herzogthum Schleswig in Verhaft gewesenen Verbrecher

Jahrgänge 1802-1847:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-7STM-F?i=3&cat=181000

Jahrgänge 1851-1857:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-77XL-C?i=293&cat=181000

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-WS3X-C?i=6&cat=181000

Jahrgänge 1858-1861:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-77FX-M?i=4&cat=181000

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-WSS3-8?i=389&cat=181000

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Quellen und Forschungen zur Familiengeschichte Schleswig-Holsteins

Bd. 1:

Gundlach (Hg.): Des Johannes Reinhusen, Organisten bei der Marienkirche in Flensburg, Annales Flensburgenses 1558-1604 (1926) [Eine wirklich entzückende Quelle, wie es sie für das Schleswig-Holstein des 16. Jahrhunderts leider nicht oft gibt!]

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-33CG-9?i=8&cat=188597

Bd. 3:

Boie: Die mittelalterlichen Geschlechter Dithmarschens und ihre Wappen (1937)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-33ZJ-M?i=80&cat=188597

Bd. 4:

Möller: Schüler und Lehrer der Husumer Gelehrten-Schule von 1449-1852 (1939)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-Q6SQ?i=8&cat=959

***

Die Sippe der Nordmark

[Offensichtlich NS-belastet, aber manchmal muss man eben auch dort etwas nachsehen]

Heft 1 (1937):

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-W9KR-R?i=7&cat=188609

Heft 2 (1938):

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-W9LN-6?i=73&cat=188609

Heft 3 (1939):

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-W9LS-P?i=111&cat=188609

Heft 4 (1940):

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-W9LN-Q?i=143&cat=188609

Heft 5/6 (1941/42):

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3Q9M-C9B8-W927-P?i=198&cat=188609

Rahlstedter Jahrbücher

Ein Großteil der Rahlstedter Jahrbücher für Geschichte und Kultur aus den letzten zwei Jahrzehnten steht online. Der Link befindet sich auf folgenden Seiten jeweils unter dem Bild des Titelblattes (Unterschrift „Jahrbuch …“).

Jahrgänge 1999, 2000 und 2005:

http://www.rahlstedter-kulturverein.de/1999-2000-2005.html

Jahrgänge 2001-2004 und 2006-2011:

http://www.rahlstedter-kulturverein.de/jahrbuecher.html

Jahrgänge 2012-2015:

http://www.rahlstedter-kulturverein.de/2012-2015.html

Varendorf(63)ausschnitt Rahlstedt

(Ausschnitt aus der Karte von Bergedorf und Reinbek. Aufgenommen in den Jahren 1789 bis 1796 unter der Direktion des Majors Gustav Adolf von Varendorf durch Offiziere des Schleswigschen ,  via Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei)