Schleswiger Hafenviertel im Mittelalter

Felix Rösch veröffentlichte bereits vor einem halben Jahr einen schönen Artikel im Mittelalter-Blog:

https://mittelalter.hypotheses.org/12889

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Burgruine Glambek jetzt öffentlich zugänglich

Und noch einmal Fehmarn: Die Burgruine Glambek kann jetzt auch aus nächster Nähe in Augenschein genommen werden. Bislang stand man am einzigen, über einen Graben führenden Zugang vor einem verschlossenen Tor. Die Lübecker Nachrichten berichteten:

http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Bugruine-Glambek-fuer-Besucher-freigegeben

(Die angebliche Erbauung im Jahr 1210 ist freilich reine Spekulation  – Quellenbelege hierfür gibt es nicht)

Abbildung: Die Burgruine Glambeck auf Fehmarn im Jahr 2010 (Urheber: VollwertBIT, via from Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Knochenfunde auf Fehmarn

Am Südwestrand Fehmarns, bei Flügge, sind bei Aushubarbeiten in den vergangenen Tagen mehrfach Skelette gefunden worden (insgesamt sieben). Da schnell festgestellt wurde, dass das Alter der Knochen über 100 Jahren liegt, ist der Fall den Landesarchäologen übergeben worden. Die Fachleute sehen einen möglichen Zusammenhang mit der Seeschlacht bei Fehmarn im Jahr 1715.  Weil Flügge früher auch ein Gut in teils adligem Besitz war, sollte man vielleicht sicherheitshalber noch der Frage nachgehen, ob sich Gutsherren mit Familienangehörigen auf eigenem Besitz haben bestatten lassen.

Erste Meldung im Fehmarnschen Tageblatt:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/skelettfunde-fluegge-10770806.html

Zweite Meldung im FT:

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/weitere-skelette-fluegge-gefunden-10806828.html

Heute dann auch auf Spiegel online:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fehmarn-archaeologen-finden-auf-campingplatz-weitere-menschliche-skelette-a-1242224.html

 

 

Ein Abdruck des Fehmarnschen Landschaftssiegels aus dem Jahr 1428

Dieser Tage las ich erneut den 2011 veröffentlichten Aufsatz von Konrad Elmshäuser über einen in Privatbesitz wiederentdeckten, mittelalterlichen Siegelstempel der Landschaft Fehmarn.1 Elmshäuser datiert die Anfertigung des Stempels auf die Jahre vor der Eroberung Fehmarns durch das königlich-dänische Heer Erichs VII., die mit schweren Gewaltexzessen auf der Insel einherging. Der König rechtfertigte sich gegenüber späteren Anschuldigungen in dieser Sache u.a. damit dass die Fehmaraner das ehedem eine Krone zeigende Siegel durch eines mit den Zeichen seiner Gegner, der Herren von Holstein, ersetzt hätten.2 Der Gebrauch eines entsprechenden Landschaftssiegels, in dem das sog. „Nesselblatt“ (doppelt) eingearbeitet ist, läßt sich für das spätere 15. Jahrhundert durchaus nachweisen. Allerdings basieren, wie Elmshäuser ebenfalls feststellt, alle bislang bekannten Darstellungen eben jenes Siegels auf einem Abdruck aus dem Jahr 1472.3 Dass somit ein gutes halbes Jahrhundert Abstand besteht zu der blutigen Eroberung Fehmarns und den Rechtfertigungen König Erichs, könnte man vielleicht problematisieren. In diesem Zusammenhang sei daher auf die Überlieferung eines weiteren, deutlich früher erfolgten Abdrucks hingewiesen. Bereits im Jahr 1428 versahen die Vertreter der Landschaft Fehmarn ein Schreiben an die Stadt Reval mit dem auch 1472 gebrauchten Siegel. Der Abdruck ist gut erhalten und läßt sich in passabler Qualität im Internet bewundern:

http://monasterium.net/mom/EE-TLA/TallinnaMagistraat/TLA.230.1-I.586/charter?q=vemeren

1 Elmshäuser, K.: „Der spätmittelalterliche Siegelstempel der Landschaft Fehmarn: ‚hac ratione terram ipsam desolavimus’“, in: Kasten/Manke/Wurm (Hgg.): Leder ist Brot. Beiträge zur norddeutschen Landes- und Archivgeschichte. Festschrift für Andreas Röpcke. Schwerin 2011, S. 433-447.

2 Vgl. ebd., S. 446f. Zum entsprechende Quellentext siehe SRDM VII, S. 300. Das vom König angesprochene, vormalig von der Landschaft verwendete Kronen-Siegel läßt sich an zwei Urkunden aus den 1340er Jahren nachweisen, wobei es nur in einem Fall tatsächlich erhalten geblieben ist. Vgl. SHUS II, Nr. 167 ; das Siegel abgebildet bei P.B. Grandjean: Slesvigske Købstæders og Herreders Segl indtil 1660 herunder Landskabers Segl, København 1953, S. 13, Tafel 9 c (hier wiedergegeben). Von einem weiteren Abdruck von 1341 weiß man nur durch eine Beschreibung im „Odensebog“, siehe: Diplomatarium Danicum 3. R., Bd. 1, Nr. 184.

3 Vgl. Elmshäuser: Siegelstempel., S. 439f. Ergänzen ließe sich, dass das bei E. Höpner (Fehmarn. Ein freies Bauerntum in wechselvoller Geschichte: Bauerntum. Lübeck 1975, S. 97) ohne Nachweis abgedruckte Siegel aus den Jahrbüchern für die Landeskunde der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg IX (1867) stammt. Es stammt vom Litographen C.F. Mohr (Kiel) und ist ganz am Anfang des Bandes zu finden.

Stormarn Lexikon online

Vor einigen Tagen ist in Stormarn ein regionales Online-Lexikon gestartet:

https://www.stormarnlexikon.de

Pressemeldung:

https://www.kreis-stormarn.de/aktuelles/pressemeldungen/2018/das-stormarn-lexikon-ist-da.html

Auf Archivalia wurden von Klaus Graf inzwischen schon Kritikpunkte genannt.

Für mich ist das Projekt für schleswig-holsteinische Verhältnisse wirklich außergewöhnlich und begrüßenswert. In einem Punkt möchte ich die Kritik jedoch ausdrücklich teilen: Die digitalen Wasserzeichen in vielen Abbildungen trüben den positiven Gesamteindruck, indem sie das „Alles meins“-Gehabe mancher Heimatforscher unangenehm in Erinnerung bringen.

Amtsarchiv Trave-Land

Für die vor allem das späte 19. und gesamte 20. abdeckenden Bestände des Amtsarchivs Trave-Land ist ein nach einem alphabetischen „Ortsindex“ sortiertes Findbuch online verfügbar:

https://www.amt-trave-land.de/amtsverwaltung/archiv/bestands-erfassung-archiv-trave-land-vers.-2017-nach-ortsindex-sortiert.pdf?cid=2l

Weitere Informationen, insbesondere zu den verschiedenen Standorten, bietet die Webseite der Einrichtung.

Heimat- und Museumsverein Fehmarn vor ungewisser Zukunft

Wie die Lübecker Nachrichten berichteten, sind im Verein zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer kurzfristig mehrere Vorstandsposten neu zu besetzen.

http://www.ln-online.de/Lokales/Ostholstein/Zoff-im-Heimatverein-Fehmarn-Vorsitzender-tritt-zurueck

Ergänzung v. 10.12.2018: Abgesehen vom 1. Vorsitz konnten inzwischen NachfolgerInnen für die frei werdenden Ämter gefunden werden. Die Diskussion um den künftigen Weg wird aber wohl noch weiter Fahrt aufnehmen. Eine Option scheint die Umwandlung vom Museumträger- in einen Förderverein zu sein.

https://www.fehmarn24.de/fehmarn/heimatverein-vorerst-gerettet-10826622.html

Findbücher zu Amt und Kreis Tondern

Im Rahmen des Arkivaler Online-Projekts sind auch zwei gemeinsam vom Landsarkivet for Sönderjylland und dem Landesarchiv Schleswig-Holstein (LASH) herausgegebene Findbücher zum Amt und späteren Kreis Tondern digitalisiert worden. Dies ist erwähnenswert, nicht zuletzt weil das LASH sich auf seiner  Webseite auf Links zu den Bänden 89ff. seiner Veröffentlichungsreihe (bei Hamburg University Press) beschränkt.

Amt Tondern bis 1867  = VÖ-Reihe des LASH, Nr. 73 (2001)

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17288122#215019,40601759

enthält Beschreibungen der LASH-Bestände Abt. 161 „Amt Tondern“ und Abt. 161.1 „Königlich Dänische interimistische Oberbehörde für die Westseeinsel-Inseln zu Wyk auf Föhr“

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Kreis Tondern 1867-1920 und Kreis Südtondern 1920-1950 = VÖ-Reihe des LASH, Nr. 65 (1999)

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17288124#215020,40602175

enhält Beschreibung des LASH-Bestandes Abt. 320.21 „Landrat Tondern/Südtondern“

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O.H. Mollers Manuskript-Sammlung

Nach dem Tod des Flensburger Gelehrten Olaus Heinrich Moller 1796 wurde seine umfangreiche Manuskript-Sammlung im Jahr darauf versteigert. Der damals veröffentlichte Auktionskatalog kann seit einigen Wochen auch online eingesehen werden:

http://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5012657

Der Großteil der auf Seite 32f.  genannten „Femarensia“ war mir noch nicht bekannt. Wo mögen die Texte wohl geblieben sein?