Nachgemeldet: Eine weitere Handschrift aus dem Christianeum

Archivalia meldete vor einigen Tagen die Digitalisierung der Handschrift II 310/13 aus dem Altonaer Christianeum, welche geführt wird unter dem Titel

Handschriftliche Abhandlungen zur Geschichte Hamburgs und Schleswig-Holsteins (ca. 1604-1700)

http://www.digishelf.de/piresolver?id=H18805293_EII310_3

Sie enthält in der Hauptsache Abschriften verschiedener Urkunden und Schriftstücke, wahrscheinlich als Materialsammlung für Verhandlungen bzw. einen Rechtsstreit. Ein gewisser Schwerpunkt scheint auf den Rechten der Gottorfer Herzöge am Amt Trittau zu liegen. Zum Ende hin findet sich dann eine Reihe von Briefen des Herzogs Christian Albrecht.

NDR-podcast über den Alt-Nazi und Landwirt T. Christophersen und Familie

Der ewige Faschist – eine Spurensuche

4 Folgen

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcasts/podcast5324.html

Zum Rechtsextremisten und Holocaust-Leugner Christophersen exisitiert ein informativer wikipedia-Artikel.

In mind. einer Veröffentlichung des von Christophersen in Mohrkirch betriebenen „Kritik-Verlags“ erschienen auch Texte des Fehmarnschen Heimatforschers Peter Wiepert (Plattdeutsche Geschichten aus der Bauernschaft, Nr. 25 Reihe „Die Stimme des Volkes“, 1974).

Fortgesetzte Aufarbeitung personeller u. struktureller Kontinuitäten in SH nach 1945

Das vom Landtag initiierte und geförderte Forschungsprojekt „Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive“, zu dem 2016 eine erste Studie vorgelegt wurde (wir berichteten), hat eine Fortsetzung erfahren, deren Ergebnisse dieser Tage der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Wurden im ersten Teil die Biographien der ersten Nachkriegsparlamentarier ausgeleuchtet, so geht es diesmal genereller um die „Elitenkontinuitäten in Schleswig-Holstein“.

Durchgeführt wurden die Forschungen auch diesmal wieder vom zeit- und regionalgeschichtlichen Institut der Uni Flensburg, welches inzwischen unter dem Namen Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History (frzph) firmiert.

Generelle Informationen finden sich auf der Homepage des frzph, darunter ein Link zur Landtags-Drucksache, in der die gesamte Studie (über 1400 Seiten) enthalten ist. Letztere kann demnächst auch für gut 60 Euro im Buchhandel erworben werden.

Zwei Abschnitte sind Personen gewidmet, die die landesgeschichtliche Arbeit in SH lange mitprägten: Alfred Kamphausen und Herbert Jankuhn.

Ergänzung v. 09.06.2021: Auch die erste Untersuchung scheint als Landtags-Drucksache online gegangen zu sein:

Neue OA-Reihe „Kieler Studien zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte“

Das herausgebende Institut informiert:

Die Kieler Studien zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte (KSUW) erscheinen seit 2020 als digitale Open-Access-Reihe unter der Herausgeberschaft von Prof. Dr. Oliver Auge und Karen Bruhn.

Die Reihe erschließt epochenübergreifend neue und innovative Zugänge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Insbesondere sollen die KSUW ein Organ sein, um die Ergebnisse aus hervorragenden Abschluss- und Qualifikationsarbeiten des wissenschaftlichen Nachwuchses, die im Umfeld des Kieler Gelehrtenverzeichnisses (KGV) entstehen, zu publizieren. Ergänzt werden die Studien durch regelmäßige Gastbeiträge etablierter Historikerinnen und Historiker.

Erschienen ist:

Bd. 1: Abseits der Universität? Skandal, Terrorismus, Kriegsgefangenschaft in der Kieler Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts (2020)

https://macau.uni-kiel.de/receive/macau_mods_00000770

OA-Veröffentlichung zur Minderheitszugehörigkeit in Schleswig

Bittlinger: Dänischwerden und Dänischsein im Landesteil Schleswig. Zugehörigkeiten und Verortungsprozesse (2020)

https://doi.org/10.17875/gup2019-1205

Ergänzung v. 22.08.2020: Wie ich gerade sehe, wurde mir ein Hinweis auf den Band von Klaus Graf schon im März empfohlen

https://archivalia.hypotheses.org/121533

Sorry, ich habe die lobende Meldung damals schlicht nicht wahrgenommen.

Ende eines Denkmals in Rendsburg

Im Jahr 2009 stiftete Familienmitglieder des früheren Rendsburger Bürgermeisters Heinrich de Haan (amt. 1929-1934 u. 1950-1957) eine Büste zu dessen Andenken vor dem städtischen Rathaus. Eine Buch-Veröffentlichung des Politikers und Lokalhistorikers G. Neugebauer thematisierte 2018 de Haans Verhalten während des Nationalsozialismus, worauf es zum Streit darüber kam, ob die Ehrung Bestand haben sollte. Hierüber berichete u.a. der NDR im September 2019 (online noch verfügbar bis Herbst 2020)

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Nazi-oder-nicht-Streit-um-Gedenken-an-Buergermeister-aus-Rendsburg,kulturjournal7096.html

Die Stadt gab schließlich bei der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte (Schleswig/Flensburg) ein Gutachten in Auftrag. Der mit ähnlichen Untersuchungen erfahrene Historiker U. Danker kam zu dem Ergebnis, de Haan sei überzeugter Antisemit gewesen und der Ehrung im öffentlichen Raum nicht würdig. Ein Bericht der KN faßte Ende Mai die Ereignisse rund um die Vorstellung des Gutachtens zusammen. U.a. bat die Familie um Rückgabe der Büste:

https://www.frzph.de/fileadmin/downloads/2020-05-22__KN__Heinrich_de_Haan_war_Antisemit.pdf

Auch das gesamte Gutachten ist online verfügbar:

https://www.frzph.de/fileadmin/downloads/20200608_Finales_Gutachten_de_Haan.pdf

Am 11. Juni meldeten die KN, dass der Abbau der Büste erfolgt sei.