Alles Makulatur – Teil 1

Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Rubrik auf den Weg bringen, mit deren Hilfe – in loser Folge – auf mittelalterliche Handschriften hingewiesen soll, die später fragmentarisch als Einbände Verwendung fanden. Auf Fehmarn bin ich bereits mehrfach auf derartige Fälle gestoßen. Auch bei den auf arkivalieronline verfügbaren Digitalisaten kommen sie hier und da vor. Da mir  zur genaueren Bestimmung derartiger Dokumente (z.B. was das jeweilige Alter betrifft) die nötigen Fachkenntnissefehlen , sind Ergänzungen von Mitlesenden über das Kommentarfeld besonders erwünscht.

Ich beginne mit dem Einband zu einer 1598 angefertigten Reinschrift eines Verzeichnisses zum „Gemeinschaftlichen Archiv“ auf Schloss Gottorf (Bestand Reichsarchiv Kopenhagen, Rigsarkivet, Arkivskabte Hjælpemidler, Folioregistratur 41: Originalt renskrift af folioregistratur 39). Die verwendete Handschrift könnte demnach dem vorreformatorischen Buchbestand der Gottorfer Burgkapelle oder einer geistlichen Einrichtung in Schleswig entstammen.

Seite 1 „aussen“:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412520

Seite 1 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412521

Seite 2 „innen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412613

Seite 2 „aussen“

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17287446#213158,40412614

Das Einzige, was ich beisteuern kann ist, dass sich auf Seite 1 „innen“ (linke Spalte, letzter Absatz) offenbar ein Gebet an den Heiligen Anthonius befindet

Handschrift_1_Gottorf_Detail

„Deus qui concedis obtentu beati Anthonii ..“, vgl. hier.

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Ausgabenregister der frühen Gottorfer Zoll- und Amtsrechnungen bis 1550

Im jüngsten Rundbrief des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins (Nr. 120) erschien ein Text von mir zu den Ausgabenregistern der spätmittelalterlichen und ersten frühneuzeitlichen Gottorfer Zoll- und Amtsrechnungen, deren Quellenwert m.E. von der Forschung bislang nicht hinreichend beachtet wurde, die inzwischen jedoch zum größten Teil online verfügbar sind.  Wie im Text angekündigt, veröffentliche ich hier eine Liste von Links, die direkt zu den Ausgabenlisten in den betreffenden Rechnungen führen.

Ausgabenregister von Gottorfer Zollrechnungen

1484/85 (bereits veröffentlicht):

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279994,54204686

1490/91:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215367,41302962

1494:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41302977

1495:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41302977

1497:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41303050

1498:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215368,41303122

1501:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215369,41303202

1508:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215369,41303295

1510:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303500

1511:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303720

1519:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291104#215371,41303798

1545:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205000

1546:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205065

1547:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205131

1548:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205200

1549:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118601#279997,54205270

***

Ausgabenregister von Gottorfer Amtsrechnungen

1489/90:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=17291102#215366,41302822

1540:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54201009

1541:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54200842

1542:

https://www.sa.dk/ao-soegesider/da/billedviser?epid=20118573#279976,54200735

 

Landesgeschichtliches auf academia.edu

Empfehlenswert ist ein Blick in die Accounts von Christian Radtke, Ulrich Müller, Eicke Siegloff, Dirk Meier, Mike Belasius, Andre Dubisch, Nina Lau, Jutta Kneisel, Donat Wehner und Jan Schlürmann.

Gleich zwei Beiträge aus dem 2015 erschienenen Tagungsband „Vergessenes Burgenland Schleswig Holstein“ (Kieler Werkstücke, Reihe A, Bd. 42) lassen sich so finden, nämlich

Vergessenes Burgenland Schleswig-Holstein? – Die archäologische Perspective“ von Ulrich Müller, und

Vergessenes Burgenland Schleswig-Holstein – Die Perspektive der archäologischen Denkmalpflege“ von Ulf Ickerodt, Eike Siegloff und Claudia Mandock.

Quasi noch brandneu ist der Forschungsbericht „Wagrien im Brennpunkt der Slawenforschung“ von Ulrich Müller und Donat Wehner.

Herausgehoben seien ferner einige Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte:

Von Haithabu nach Schleswig“ von Ulrich Müller,Felix Rösch und Michaela Schimmer;

Castrum quod Slesvig villam speculator. Untersuchungen zur Möweninsel in der Schlei vor Schleswig“ von Felix Rösch und Ulrich Müller;

Klöster in Schleswig“ von Ulrich Müller;

Luxus und Lifestyle – Konzepte, Funde und Befunde am Beispiel von Schleswig“ von Ulrich Müller;

Das Graukloster in Schleswig: Königspfalz -Franziskanerkloster -Armenhaus“ von Christian Radtke;

Schleswig c. 1000-1250. Systems theory sketches for profiling urbanisation“ /“Schleswig ca. 1000 – 1250. Systemtheoretische Skizzen eines Urbanisationsprofils“ von Christian Radtke;

Lordship and Hunting in Schleswig – a sketch“ von Christian Radtke;

Die Ausgrabungen auf dem Gelände des barocken Neuwerck-Gartens von Schloß Gottorf“ von Nina Lau;

Der Gottorfer Barockgarten. Gartenarchäologie in Schleswig an der Schlei“ von Nina Rau.

Möweninsel

Möweninsel in der Schlei bei Schleswig (Urheber: Sven Hagge  – Eigenes Werk, via Wikimedia Commons,  Lizenz: GFDL oder CC BY-SA 3.0)

Biographie des Hamburger Syndikus und späteren Gottorfer Kanzlers Adam Traziger

Der Hamburger Jurist und Archivar Nicolaus Wilckens veröffentlichte eine Schrift über einen der einflußreichsten Beamten im Nordelbien des 16. Jahrhunderts, der vor allem durch seine „Chronica der Stadt Hamburg“ zu großem Nachruhm errang.

Wilckens: Leben Dr. Adami Thracigeri. Nebst verschiedenen dazu gehörigen Beylagen (1722)

http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10645446-6

https://books.google.de/books?id=VhO3m9r-puwC&printsec=frontcover

Mehr über Traziger verraten u.a.:

Deutsche Biographie

Dansk Biografisk Leksikon (1. Ausgabe);

Dansk Biografisk Leksikon (2. Ausgabe) ;

oder:

G.E. Hoffmann: „Aus der Tätigkeit Adam Tratzigers als Kanzler Herzog Adolfs von Schleswig-Holstein“ aus: Zeitschrift des Vereins für Hamburgische Geschichte 49/ 50 (1964), S. 41 – 52.

 Ein kleiner Traziger-Nachlass befindet sich im Hamburger Staatsarchiv.

Zum Vorleben des „Hexenkommissars“ Berend Nobis

Berend Nobis, der sich auf Fehmarn in den 1620er Jahren einen äußerst zweifelhaften Nachruhm „Hexenkomissar“ erwarb, stand 1610-1612 noch in Diensten des Gottorfer Rates Johannes von Wowern.

Wie Gregersen in seiner Studie über Nicolaus Heldvaderus (dt. Übersetzung, Flensburg 1967, S. 139f.) berichtet, war Nobis 1610 in eine Intrige von Woverns gegen die Familie von Eitzen involviert.

Im Testament seines Dienstherrn wird er 1612 mit 100 Reichtalern bedacht.