Mittelalterliches Testament eines auf Föhr bepfründeten Priesters

NLA ST Rep. 3 Zeven Nr. 123

„Testament des Pfarrers Siegfried Peine zu St. Nikolausland in der Schleswiger Diöcese“ v. 16. Mai 1426

http://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1190699

„St. Nikolausland“ in der Archivbeschreibung ist Nonsens. Nicht unbedingt besser ist das „Frie-land“ im Regest der Edition (UB Kloster Zeven, Nr. 139). In der Quelle ist die Rede von der „parochialis ecclesiae sancti nicolai terre ffuer(?)“, lt. Edition: „Friee“, im Bistum Schleswig. „Terre“ deutet auf eine Insel – siehe das für Fehmarn oft verwendete „terre ymbrie“.

Dass tatsächlich wohl die Insel Föhr gemeint ist, bestätigt ein schnelles googeln, über das man gleich auf Westphalen II, Sp. 374-378 (Vgl. Nr. 310 im UB Kiel) verwiesen wird. Zweimal fungiert Sifridus Peynis demnach am 16. Oktober 1424 in Stade als Zeuge und zwar mit dem Titel eines Kirchherrn auf Föhr. Ohne Pfründenangabe taucht er – ebenfalls in Stade – schon 1421 als Zeuge auf (Westphalen II, Sp. 267-271 = UB Kiel, Nr. 287). Mehrere Einträge im Repertorium Germanicum (hier, hier und hier) zeigen Sifridus dann im Frühjahr 1427 beim Streit um eine oder zwei Stader Vikarien. Sein Tod im Laufe dieses Frühjahrs wird in Eingaben eines Gegenspielers zumindest behauptet.

Das Testament erscheint mir vor allem mit Blick auf die ausführlichen Bestimmungen zur Versorgung der „Magd“ und deren Tochter recht interessant. Wahrscheinlich handelt es sich um Frauen in Stade – oder sollte es sich vielleicht doch um Insulanerinnen gehandelt haben?

Ein Gedanke zu “Mittelalterliches Testament eines auf Föhr bepfründeten Priesters

  1. Lieber Herr Wieske,
    vielen Dank für den interessanten Beitrag und die kritischen Anmerkungen zum Arcinsys-Datensatz. Da ich im Niedersächsischen Landesarchiv arbeite, habe ich mir erlaubt, diese an die zuständige Abteilung weiterzuleiten. Der Datensatz wurde inzwischen angepasst. Sollten Ihnen in Arcinsys wieder einmal Unstimmigkeiten in einer Verzeichnung auffallen, können Sie diese auch gern über die „Verbessern“-Funktion (auf der Detailseite des Datensatzes oben im blauen Menüband) bei uns anmerken. Dies wird dann geprüft und ggf. angepasst. Wir freuen uns immer über aufmerksame Nutzende, die uns bei der Qualitätskontrolle helfen.

    Mit besten Grüßen
    Antje Lengnik

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